Psychologe kind geschwister
Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum Kompakt, Familie — Eine besondere Gemeinschaft Ausgabe als PDF-Download EUR 4,99 Spektrum Kompakt-Archiv Alles Quatsch, sagt die Datenlage im Einzelkinder zeigen keine gravierenden Defizite. Toni Falbo, Psychologin an der University of Texas in Austin und selbst Einzelkind, wehrt sich gegen die Vorstellung, man brauche notwendigerweise Geschwister, um zu einem anständigen Menschen heranzuwachsen.
Geschwister - Welchen Einfluss Bruder und Schwester haben
In ihrer Überblicksarbeit von , für die sie mehr als Studien zum Thema in Augenschein genommen hatte, kam sie zu dem Schluss: Die Wesenszüge von Einzel- und Geschwisterkindern unterscheiden sich nicht. Lediglich die Beziehung zu den Eltern scheint eine besondere zu sein; bei den untersuchten Einzelkindern war sie enger.
Das Verhältnis zu den Eltern Das bestätigt eine Untersuchung aus dem Jahr Andreas Klocke und Sven Stadtmüller von der Frankfurt University of Applied Sciences nutzten Längsschnittdaten von rund 10 deutschen Schülern, um Eigenheiten von Erstgeborenen, Nesthäkchen, Sandwichkindern und Geschwisterlosen aufzuspüren. Dabei betrachteten sie unter anderem die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung, die sie als sehr gut auffassten, wenn das Kind angab, es falle ihm leicht, sowohl mit seiner Mutter als auch mit seinem Vater über wichtige persönliche Dinge zu sprechen.
Eine Stimme für Geschwisterkinder | aware | Magazin für Psychologie
Mit zirka 25 Prozent bejahte die Gruppe der Einzelkinder das am häufigsten, dicht gefolgt von den Erstgeborenen mit knapp 24 Prozent. Unter den mittleren Kindern berichteten 20 Prozent und unter den jüngsten 18 Prozent von einer sehr guten Beziehung zu ihren Eltern. Ein überraschender Befund, sagt man doch gerade Nesthäkchen nach, sie hingen besonders am Rockzipfel der Mama.
In seinem Buch "Born to Rebel" argumentierte er , dass die Reihenfolge, in der Geschwister auf die Welt kommen, die Persönlichkeit forme. Die jährige Mirjam Brinkmann hat zwei Brüder, sie ist die Jüngste der Familie. Vielleicht haben diese Erleichterungen sogar ihre Persönlichkeit beeinflusst, vermutet Brinkmann.
Kindheit: Geschwister: Von der Liebe unter Rivalen: [GEO]
Höhere Intelligenzquotienten? Seyma Ciftci hat als ältestes Kind immer die von ihren Eltern gesetzten Grenzen ausgetestet. Deshalb findet die Jährige, dass das erste Kind es in dieser Hinsicht "am schwierigsten hat". Für die jüngeren Geschwister sei es dann immer einfacher, sagt sie. Persönlichkeits-Psychologin Sonja Rohrmann sieht es differenzierter.
Wissenschaftlich sei nicht bewiesen, dass sich durch die Reihenfolge Charaktereigenschaften wie Selbstbewusstsein oder Disziplin bildeten, sagt die Wissenschaftlerin der Frankfurter Goethe-Universität. Die Krankheit oder Behinderung eines Kindes versetzt die betroffene Familie in eine Ausnahmesituation. Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die für eine positive kindliche Entwicklung gegeben sein sollten.
Gibt es, aufgrund von spezifischen Stressfaktoren, wie beispielsweise die Krankheit oder Behinderung eines Geschwisters, über längere Zeit starke Einschränkungen in diesen Voraussetzungen, können negative Konsequenzen erfolgen. Dabei ist aber nicht der Stressfaktor an sich, sondern der Umgang der Familie mit der herausfordernden Situation sowie deren Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten massgebend.
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Auch spielt es eine Rolle, wie sichtbar die Einschränkungen sind und wie Aussenstehende darauf reagieren. Mit einem kranken oder behinderten Geschwister aufzuwachsen scheint prägend zu sein, sowohl positiv als auch negativ Tröster, Diese ständige Ambivalenz auszuhalten, ist schwierig. Sie entwickeln oftmals schon früh ein Gemeinschaftsgefühl und eine gute Sozialkompetenz.
Auch ist die Beziehung zwischen einem gesunden und einem kranken oder behinderten Kind oftmals konfliktfreier und weniger kompetitiv als die Beziehung zwischen gesunden Geschwistern Tröster, Im Spielverhalten zeigt sich, dass die Geschwisterkinder häufig versuchen, Voraussetzungen für ein gemeinsames Spiel zu schaffen Tröster, Stress und Gefühlschaos Gleichzeitig stellt die Krankheit oder Behinderung eines Kindes auch eine grosse Belastung und ein Risiko für das Wohlbefinden der Geschwister dar.
Laut Tröster sind mögliche Risikofaktoren die Übertragung der Verantwortung für das Geschwister, erwartete verstärkte Rücksichtnahme auf das kranke oder behinderte Kind und hohe elterliche Leistungserwartungen. Aber auch eine beeinträchtige Identitätsfindung aufgrund zu starker Identifikation mit dem kranken oder behinderten Geschwister, stigmatisierende und diskriminierende Reaktionen der Umwelt und eingeschränkte elterliche Verfügbarkeit, da das kranke oder behinderte Kind viel Aufmerksamkeit benötigt Tröster, Erhalten sie keine Erklärungen für ihre aussergewöhnliche Familiensituation, suchen sie sich ihre eigenen.
Häufig beinhalten diese Schuld- und übermässige Verantwortungsgefühle gegenüber dem Geschwister oder den Eltern. Dies kann sich negativ auf das Selbstbild und den Selbstwert der Geschwisterkinder auswirken. Zudem scheinen sich viele Geschwisterkinder mit ihren Emotionen und Gedanken alleingelassen zu fühlen, was sehr belastend sein kann. Belastend ist für die Geschwisterkinder auch ihre langanhaltende und häufige Fremdbetreuung.
Ebenfalls wiederholte und unvorhersehbare Krankenhausaufenthalte der kranken oder behinderten Geschwister, welche die Abwesenheit der Eltern oder eines Elternteils mit sich bringen, können für Geschwisterkinder sehr belastend sein. Er stellt dann fast zwangsläufig die bisherige Rollenverteilung in Frage. Das Mädchen passt mit seinen weiblichen Eigenschaften gut in die Rolle der kleinen Schwester.
Beide finden die Anerkennung der Eltern, weil sie den erwarteten Rollenstereotypen entsprechen. Von Nischen und Rollen Andere Geschwister müssen sich erst mühsam eine Nische innerhalb der Familie erobern, in der sie konkurrenzlos anerkannt sind. Psychologen bezeichnen diesen Prozess, der sowohl bewusst als auch unbewusst ablaufen kann, als "Deidentifikation".
Er ist einer der Gründe dafür, dass sich Geschwister, die im Schnitt die Hälfte ihrer Gene gemeinsam haben, sehr unterschiedlich entwickeln können. Sinn der Deidentifikation ist es wahrscheinlich, Rivalität, Eifersucht und Neid zu verringern. Der Mechanismus wirkt umso stärker, je ähnlicher sich ein Geschwisterpaar im Grunde ist.