Kompensationsstrategie psychologie

Weist man sie darauf hin, wie die Situation wirklich ist, können sie — aus Selbstschutz vor dem Schmerz, den die Wahrheit mit sich brächte — sehr stur auf ihrer Sichtweise beharren oder wütend werden. In extrem Fällen von Verleugnung bei Personen in Ihrem Umfeld sollten Sie am besten Rat bei einem Psychotherapeuten oder — je nach Thema — bei einer Sucht- Beratungsstelle suchen. Dabei können Werte, Normen, Ideen oder bestimmtes Verhalten übernommen werden.

Beispiel: Ein Jugendlicher fürchtet sich vor einer Clique aggressiv auftretender Jungs. Seine Angst wandelt sich dann in Identifikation um, indem er das Auftreten der Clique nachahmt z. Wie Sie reifer reagieren können: Da Identifikation oft im Zusammenhang mit dem Erleben von Angst auftritt, scheint sie zunächst eine adäquate Lösung zu sein. Doch dabei verraten wir meist unsere eigenen Werte und gehen über unsere Wünsche und Bedürfnisse hinweg!

Will der Jugendliche wirklich Teil einer aggressiven Gang sein? Findet die Frau es wirklich in Ordnung, sich erniedrigen zu lassen? Wichtig ist in solchen Angstsituationen, es sich selbst wert zu sein, sich nicht im Angesicht einer Bedrohung zu verbiegen und anzupassen. Somatisierung bedeutet dabei, dass sich eine mentale Belastung anhand unspezifischer körperlicher Schmerzen, z.

Beispiel: Eine junge Frau bekommt jedes Mal, wenn ein Vortrag in ihrem Seminar ansteht, vor Stress ganz viele Pickel im Gesicht. Konversion ist so zu verstehen, dass über den körperlichen Ausdruck hinaus dieser auch noch in einem symbolischen Zusammenhang mit dem Problemthema steht. Beispiel: Ein Mensch entwickelt eine solche Aversion gegenüber Schule oder Job, dass seine Beine gelähmt werden, ohne erkennbare körperliche Ursache.

Wie Sie reifer reagieren können: Während Extremfälle wie das Beispiel der Lähmung nicht so einfach zu behandeln sind, kennen die meisten Menschen leichtere Formen von Somatisierung und Konversion. Kopfweh, Magen-Darm-Probleme, Herzrhythmusstörungen, Erröten oder Verspannungen sind typische Symptome unserer Verarbeitung von Stress und Ängsten. Meist sind diese körperlichen Reaktionen nicht steuerbar, wohl aber können wir uns mit deren Auslöser befassen und — im Rahmen einer Psychotherapie, Hypnose, mit Selbsthilfebüchern oder Achtsamkeitsübungen — daran arbeiten, von vornherein weniger Sorgen, Furcht und Anspannung zu empfinden.

Nehmen Sie wiederkehrende körperliche Signale in jedem Fall ernst, lassen Sie sie ärztlich abklären — und erforschen Sie bei nicht erkennbaren physischen Ursachen, aus welcher mentalen Stressquelle sie herrühren könnten. Dabei wird ein unerwünschtes Gefühl Affekt von einer bestimmten Situation entkoppelt, sodass die Person dieses gar nicht mehr wahrnimmt.

Beispiel: Ein Mann verliert durch Kündigung seinen Job, den er immer sehr gerne ausgeübt hat. Als er seiner Familie abends davon berichtet, nennt er nur auf nüchterne Art die Fakten und Rahmenbedingungen — ohne jeglichen emotionalen Ausdruck der Enttäuschung, Trauer oder Wut. Ein zweites Beispiel: Das geliebte Kaninchen eines kleinen Mädchens stirbt.

Zum Erstaunen ihrer Eltern zeigt sie jedoch gar keine Traurigkeit, sondern bespricht nur auf rationale Art, dass sie es im Garten beerdigen möchte. Die emotionale Ebene scheint komplett abgekoppelt. Es ist dabei nur wichtig, gut in sich hineinzuhören und Emotionen, die irgendwann doch unweigerlich aufkommen, dann nicht zu unterdrücken. Um solche Erlebnisse zu verarbeiten, müssen sie nämlich — im passenden zeitlichen und räumlichen Rahmen — zugelassen und verarbeitet werden.

Bei diesem Abwehrmechanismus gleichen wir eine von uns selbst oder anderen wahrgenommene Schwäche durch Überbetonung einer Stärke von uns aus. Sie kann auch ganz allgemein als Prozess verstanden werden, der psychisches Ungleichgewicht ausgleicht. Beispiel: Ein Kreativer in einer Werbeagentur schämt sich insgeheim, weil er im Umgang mit Grafikprogrammen im Vergleich zu seinem Team wesentlich unsicherer ist.

Unbewusst betont er deshalb immer, dass es für die Qualität eines Projekts vor allem auf geniale Ideen ankäme — die Umsetzung sei dann nur zweitrangig. Noch ein simples Alltagsbeispiel, was sicher jeder kennt: Jemand hatte einen stressigen Arbeitstag und die eigene Präsentation ist nicht geglückt. Um die dadurch entstandene negative Stimmung zu kompensieren, gönnt die Person sich abends ein schönes Bad, eine Pizza ihres Lieblingsitalieners oder kauft sich etwas, was sie sich schon lange gewünscht hat.

Wie Sie reifer reagieren können: Im Grunde ist Kompensation ein weit verbreiteter und oft sinnvoller Abwehrmechanismus. Um auf die oben genannten Beispiele einzugehen: Der Agenturmitarbeiter sollte trotz Ideenstärke daran arbeiten, seine technischen Fähigkeiten auszubauen, und wer immer wieder extrem von seinem Job gestresst ist, sollte die Gründe analysieren und Lösungen finden, statt sich lediglich mit Angenehmem abzulenken.

Mit dem ebenfalls weitverbreiteten Abwehrmechanismus der Idealisierung versuchen wir, die positiven Seiten an einem Menschen, einer Sache oder einer Situation überzubetonen und die negativen Aspekte auszublenden. Die Geschwisterkonstellation ist — laut Individualpsychologie — ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Minderwertigkeitsgefühlen und -komplexen.

Laut Adler, dem Begründer der individualpsychologischen Schule, ist das Minderwertigkeitsgefühl bei jedem Menschen vorhanden und bietet die Chance für Wachstum und Entwicklung. Jedoch kann die eigene Rolle in der Herkunftsfamilie bereits dazu beitragen, […]. Schlagwörter: Affekt , Analytische Psychologie , Komplexe Psychologie. Als Komplex bezeichnet C. Jung ein verdrängtes Erlebnis oder eine Erfahrung.

Dieses wird in den unbewussten Teil der Psyche verbannt und ist somit für das Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Durch sogenannte Abwehrmechanismen bzw. Im Unbewussten […]. Schlagwörter: Alfred Adler , Individualpsychologie. Individualpsychologie ist neben der analytischen Psychologie, der Psychoanalyse und der Neopsychoanalyse eine weitere Schule bzw. Richtung der Tiefenpsychologie.

Als Begründer der Individualpsychologie gilt Alfred Adler, welcher als Schüler Sigmund Freuds, dessen Arbeit weiterentwickelte und an verschiedenen Stellen vertiefte bzw. Schlagwörter: Alfred Adler , Gefühl , Individualpsychologie , Minderwertigkeit. Das Minderwertigkeitsgefühl ist, nach Auffassung der Individualpsychologie, der Ausgangspunkt für die menschliche Entwicklung.

Denn das Erleben der eigenen Unzulänglichkeit und Unterlegenheit gegenüber anderen Menschen setzt psychische Kräfte frei, um dieses Gefühl zu überwinden. Schlagwörter: Gefühl , Gemeinschaft , Individualpsychologie , Selbstwert. Das Gemeinschaftsgefühl ist nach Auffassung der Individualpsychologie das Kriterium, um eine gesunde Entwicklung des Menschen zu vollziehen.

Kompensation – Dorsch: Lexikon der Psychologie

Alfred Adler, welcher der Begründer der Individualpsychologie ist, sah den Menschen als ein primär soziales Wesen. Dieses Menschenbild war zur damaligen Zeit kein Neues und gesellschaftlich bereits etabliert gewesen. Doch in der wissenschaftlichen […]. Schlagwörter: Alfred Adler , Individualpsychologie , Minderwertigkeit , Organ Biologie.

Organminderwertigkeit ist ein Begriff, welchen der österreichische Arzt und Psychotherapeut Alfred Adler im Jahr einführte. Laut Adler führt ein minderwertiges bzw. Der Mensch, welcher darunter leidet, versucht diesen Umstand durch geeignete Strategien wettzumachen, zu vertuschen oder zu überspielen. Kompensation des Minderwertigkeitskomplex laut Individualpsychologie Schlagwörter: Individualpsychologie , Kompensation , Komplexe Psychologie , Minderwertigkeit Kompensation ist eine Strategie, welche bewusst oder unbewusst eingesetzt wird, um ein Minderwertigkeitsgefühl auszugleichen.

In diesen Beitrag erfährst du: was Kompensation ist wie Minderwertigkeitskomplexe und -gefühle erkannt und überwunden werden und welche Probleme zu einer Überkompensation mit sogenannter privater Logik führen Was bedeutet Kompensation nach Adler Jeder Mensch leidet an Minderwertigkeitsgefühlen, welche auf Erfahrungen aus der Kindheit beruhen. So sieht man: Hürdenläufer mit Prothese Professionelle Schwimmer mit nur einem Arm Das Minderwertigkeitsgefühl wird somit zum Motivator, um sich mehr anzustrengen, härter zu trainieren und mehr zu erreichen.

Der Lebensstil dieses Menschen zeigt dann folgende Aspekte: Ziele: Organminderwertigkeit überwinden, durch soziale Achtung und Anerkennung soziales Umfeld: Sind in diesem Fall alle Menschen, welche auf ihn wirken. Diese vier Aspekte sollten betrachtet werden, um den einzigartigen Lebensstil zu begreifen.

Halten wir kurz fest… Gefühlte Minderwertigkeit führt zu Ehrgeiz. Kompensation funktioniert nur in sozialen Gemeinschaften Das verminderte Selbstwertgefühl ist immer auf einen Mangel an Gemeinschaftsgefühl zurückzuführen — so Adler. Die zwei Seiten der Kompensation Da die Kompensation immer auf die Gemeinschaft abzielt, hat die Strategie natürlich auch immer Auswirkungen auf die Gemeinschaft.

Psychische Fehlentwicklungen durch die Kompensation Ob ein Mensch nach sozial-nützlichen oder sozial-unnützen Kompensationen strebt, hat etwas mit seinem Gemeinschaftsgefühl zu tun. Überkompensation durch private Logik Scheitern die Kompensationsversuche drängt die Psyche dennoch zum Ausgleich des Minderwertigkeitsgefühls. Überkompensation am Beispiel Das Kind, welches sich minderwertig fühlt, da es bei bestimmten Entscheidungen nicht mitreden darf — wird Anwalt.

Sicherungen des ICHs durch privater Logik Die Individualpsychologie unterscheidet zwei Formen der Sicherungen, welche sich in der privaten Logik zeigen. Diese können allerdings auch gemischt auftreten: Sicherung durch Aggression Sicherung durch Rückzug Beginnen wir mit der Aggression, welche sich in 6 Verhaltensweisen zeigt.

Entwertung Herabsetzung Überbewertung Beherrschung Anklage Selbstvorwürfe In der Psychologie versteht man unter Aggression eine indirekte oder direkte Schädigung eines Organismus oder eines Sachverhaltes. Entwertung Mit Entwertung ist die Beschädigung des eigenen Kompensationsversuchs gemeint. Hier ein paar Beispiele: Der Raucher, welcher mit dem Rauchen aufhören will, es aber nicht schafft — sagt, dass ihm Rauchen Freude bereitet und er gar nicht aufhören will.

Der einsame Mensch, welcher in keiner Beziehung lebt — sagt, dass er keinen Lebenspartner will. Der Schüler, welcher sein Abitur nicht geschafft hat, sagt — dass er es sowieso nicht machen wollte. Herabsetzung Die Kompensationsversuche die eigene Minderwertigkeit zu überwinden, schlugen fehl. Hier ein paar Beispiele: Verurteilen von anderen Personen Lästern und Mobbing Belehren und Moralisieren Austeilen von Ratschlägen und Einmischen Fürsorge, Überbehütung und Verwöhnen anderer Personen All diese Versuche dienen dazu, den anderen Menschen herabzusetzen, um selbst höher zu sein.

Überbewertung Die eigene Leistung kann ebenfalls überbewertet werden, wodurch das eigene Minderwertigkeitsgefühl überwunden werden soll. Hier ein paar Beispiele: Prahlerei, Protzerei Übertreibung der eigenen Leistung Überbewertung der Schwierigkeiten, welche man überwinden musste 4. Beherrschen Durch das Ausleben der sozialen Macht soll das eigene Minderwertigkeitsgefühl dadurch überwunden werden, indem es bei anderen erzeugt wird.

Abwehrmechanismen: So schützt sich unsere Psyche selbst

Hier die Beispiele: Führungspositionen besetzen wollen, um andere Menschen zu befehligen. Eigenes Recht durchsetzen wollen und Streit suchen. Ins "Höherwertige" natürlich. Wer sich zähmte, zähmte auch das Feuer, komponierte Symphonien und flog zum Mond. Und wer sich zähmte, hielt sich an Gesetze, schlug nicht den Nachbarn tot. Dass Freud über die Analyse der Psyche des Einzelnen auch die gesellschafts- und kulturbildenden Prozesse interessierten, wird mitunter übersehen.

Heute leben wir sexuell viel freizügiger - oder zumindest kommt es uns so vor. Und allein das müsste nach Freud bereits dafür ausreichen, dass uns nicht mehr so viele Tabus die Befriedigung unserer Triebe erschweren. Müssten dann nicht Kunstproduktion und wissenschaftlicher Fortschritt im Gegenzug an Fahrt verlieren? Nichts dergleichen ist festzustellen.

Alfred Adler sah andere Beweggründe für den Fortschrittseifer der Menschen; unter anderem deshalb brach er auch mit seinem Lehrer Sigmund Freud. Nicht ein "Zu viel", sondern ein "Zu wenig" stecke laut Adler dahinter. Bereits als Kind erfahre man sich als mangelbehaftet: Entweder stimmt etwas mit dem eigenen Körper noch nicht, oder man ist nicht so geschickt und erfahren wie die Erwachsenen, denen man aber doch so gern gefallen will!

Die Restitution erfolgt über die neuronale Plastizität des Gehirns. Das bedeutet, das Gehirn kann durch wiederholte Übungen einer bestimmten Hirnleistung neue Verbindungen aufbauen und so die Hirnfunktion teilweise oder vollständig wiederherstellen. Die Restitution erfolgt über zwei Arten. Die Kompensation lat. Das Ziel ist es hier, die beeinträchtigte Funktion z.

Listen, Kalender, Erinnerungszettel wieder verfügbar zu machen. Die Kompensation erfolgt meist nach der Akutphase. Wie schon im Beispiel beschrieben, werden bei der Kompensation externe Hilfen Gedächtnistagebuch, Einkaufszettel, Erinnerungen im Handy eingesetzt. Kann eine Restitution nicht vollständig erfolgen, gehört zu den Kompensationsstrategien auch die Anpassung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen Teilzeitarbeit, weniger anspruchsvolle Arbeit, ruhige Räume mit wenig Ablenkungsreizen.