Psychologie und gehirn
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Tagung „Psychologie und Gehirn“: Institut für Psychologie
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Zusammen mit einem internationalen Forscherteam haben die deutschen Neurowissenschaftler zwei Achsen identifiziert, entlang derer die evolutionäre Entwicklung unseres Gehirns verlief - nämlich einmal von "hinten" nach "vorn" und einmal von "oben" nach "unten". Die Funktionen der angeordneten Hirnregionen sind dabei entlang beider Achsen hierarchisch organisiert: horizontal von grundlegenden Anlagen wie Sehen und Bewegung bis hin zu komplexen Fähigkeiten wie Informationsverarbeitung und Gedächtnis; vertikal von der Raum-Zeit-Verarbeitung bis hin zu Fähigkeiten wie Motivation oder Bedeutungszuschreibung.
Das Wissen, warum bestimmte Hirnareale an einem bestimmten Ort und in konkreter Nachbarschaft zu anderen Netzwerken angeordnet sind, vergleichen die Forscher mit einem Kompass, mit dessen Hilfe sie sich besser im Gehirn zurecht finden können. So hätten frühere Studien gezeigt, dass sich die Organisationsachsen von Personen mit Autismus-Spektrum-Störung von denen Gesunder unterscheiden.
Grundlage für die Erkenntnisse der Wissenschaftler sind Daten von eineiigen und zweieiigen Zwillingen sowie nicht verwandten Personen. Anhand der Hirnstrukturen dieser Probanden erstellten die Forscher Modelle, die zeigten, inwieweit die Organisation des Gehirns genetisch bestimmt ist und wie verschiedene Hirnregionen strukturell und entwicklungsgeschichtlich miteinander in Beziehung zueinander stehen.
Dabei zeigte sich, dass es vor allem genetische Faktoren sind, die die Lage der Hirnregionen beeinflussen. Zugleich scheint das Prinzip evolutionär sehr stabil zu sein. Denn der Vergleich mit den Gehirnen von Affen, konkret: Makaken, zeigte, dass diese ähnliche Achsen aufwiesen. Unser Gehirn verändert sich ständig. Jahrestagung "Psychologie und Gehirn" statt.
Die Tagung wird von der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung DGPA und der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie DGPs getragen und von der Universität Lübeck ausgerichtet. Die Tagung ist ein Forum für wissenschaftlich-experimentelle Forschung zum Zusammenhang von psychischen und physiologischen Prozessen, insbesondere, wie sich Verstand und Gefühl in messbaren physiologischen Vorgängen ausdrücken.
Tagungsort ist die Musik- und Kongresshalle, Workshops für Jungwissenschaftler finden vor der Tagung auf dem Campusgelände statt. Drei renommierte internationale Wissenschaftler konnten als Hauptredner für die Tagung gewonnen werden.
Gehirn – Dorsch: Lexikon der Psychologie
Judy Ford von der University of California at San Francisco wird neurophysiologische Evidenz für defizitäres predictive coding bei Schizophreniepatienten präsentieren. Patrick Haggard vom University College London wird seine neurowissenschaftliche Perspektive auf Wille und Bewusstsein diskutieren. In drei Postersitzungen werden insgesamt knapp Poster präsentiert, wie immer zu einem hohen Anteil von jungen Forscherinnen und Forschern, die noch vor der Promotion stehen.