Klinische psychologie davison neale schizophrenie
Davison und John M. Neale - Deutsche Bearbeitung und herausgegeben von Martin Hautzinger. Klinische Psychologie - NEU! Psychologie Verlags Union. Dieses Buch mit Fragenkatalog in einfachem Pappschuber ist neu und unbenutzt - siehe Fotos! Mit zusätzlichen Beiträgen von Steffen Fliegel, Hans-Ulrich Wittchen Mit Fragenkatalog Zahlreiche Abbildungen und Tabellen Mit der vollständig überarbeiteten 4.
Auf der Basis des DSM-IV und ICD werden die neuesten Forschungsergebnisse über Ätiologie, Diagnostik, Prävention und Intervention psychischer Störungen vorgestellt. Jedes Kapitel beginnt mit einer klinischen Falldarstellung, sodass dem Leser ein konkreter Zugang zu den jeweiligen Störungsbildern ermöglicht wird. Sexuelle Störungen Comer, R. Kapitel Sexuelle Störungen und Störungen der Geschlechtsidentität, S.
Schizophrenie Margraf, J. Kapitel Hohlweg: Schizophrenie, S. Mögliche Spezialgebiete 2. Psychologische Therapie. Agoraphobie und Panikstörung. Fortschritte der Psychotherapie, Bd. Ehlers, A. Posttraumatische Belastungsstörung. Kognitive Therapie der Depression. Weinheim: Beltz-PVU. Psychologische Psychotherapie der Persönlichkeitsstörungen.
Dissoziative Störungen. Beispielsweise treten depressive oder manische Episoden, wie in unserem Fallbeispiel am Anfang des Kapitels, nur bei einem Prozent der Bevölkerung auf. Die Normalverteilung oder Glockenkurve besagt, dass die meisten Eigenschaften bei der Mehrheit der Bevölkerung relativ ähnlich ausgeprägt sind.
Extreme Abweichungen vom Durchschnitt sind sehr selten. Die Behauptung, ein Mensch sei normal, besagt in diesem Fall, dass er hinsichtlich der Ausprägung eines bestimmten Merkmals oder Verhaltensmusters nicht gravierend vom Durchschnitt abweicht. Bei der Diagnose geistiger Behinderung wird statistische Seltenheit bewusst als Kriterium eingesetzt.
In Abbildung 1. Bei einem Intelligenzquotienten von unter 70 gilt die Norm als hinreichend weit unterschritten, um von geistiger Behinderung zu sprechen. Abbildung 1. Überragende sportliche oder künstlerische Fähigkeiten sind zwar selten, aber nicht gestört in unserem Sinne. Uns interessieren in diesem Buch nur ganz bestimmte seltene Verhaltensweisen, z.
Halluzinationen oder schwere Depressionen. Leider liefert uns die Statistik kaum Anhaltspunkte dafür, welches seltene Verhalten als psychische Störung untersucht werden sollte Verletzen von sozialen Normen Eine weitere Frage bei der Diagnose psychische Störung ist, ob es soziale Normen verletzt oder andere Menschen bedroht bzw. In unserem Beispiel ist dies der Fall bei HerrnH.
Auch dieses Merkmal ist zumindest teilweise kennzeichnend für gestörtes Verhalten und Erleben. Damit wird das antisoziale Verhalten von Psychopathen genauso erfasst wie die umfangreichen Rituale zwangsgestörter Menschen oder die Unterhaltung mit imaginären Stimmen bei psychotischen Störungen. Die Normverletzung macht abweichendes VerhaltenzueinemrelativenBegriff, denn je nachdem, welche kulturellen Normen vorherrschen, werden verschiedene Formen ungewöhnlichen Verhaltens und Erlebens toleriert.
Dieses Kriterium ist also gleichzei- 6 1 Einführung: Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen. Kriminelle und Prostituierte verletzen zwar soziale Normen, ihr Verhalten wird jedoch normalerweise nicht im Rahmen der Klinischen Psychologie untersucht. Dagegen verletzt ein extrem ängstlicher Mensch, der in der Klinischen Psychologie eine zentrale Rolle spielt, in aller Regel keine sozialen Normen und wird auchvon den meisten nicht als lästig empfunden.
Wir werden an verschiedenen Stellen in diesem Buch auf diesen Punkt zurückkommen siehe v. Verhalten und Erleben gelten dann als gestört, wenn die Betroffenen sehr darunter leiden. In unserem Beispiel wird dies an Herrn H. Persönliches Leid ist Bestandteil vieler der in diesem Buch beschriebenen Formen von Verhaltensstörungen. Menschen mit Angststörungen oder Depressionen leiden zweifellos sehr.
Es gibt aber auch Störungen, bei denen die Betroffenen nicht zwangsläufig leiden. Psychopathen z. Ein Beispiel dafür ist der Bruch der ehelichen Beziehung von Herrn H. Auch die psychischen Störungen infolge von Substanzmissbrauch sind zu einem Teil durch soziale oder berufliche Unfähigkeit definiert schlechte Leistungen am Arbeitsplatz, Streit mit dem Ehepartner usw.
Ebenso kann eine Phobie sowohl Leid als auch Beeinträchtigungen verursachen, z. Funktionseinschränkungen sind ähnlich wie Leid Bestandteil einiger, jedoch nicht aller Störungen. Transvestitismus die Bevorzugung von Kleidung und Verhaltensweisen, die für das andere Geschlecht typisch sind, aus sexueller Lust wird derzeit als psychische Störung diagnostiziert, wenn die Betroffenen darunter leiden; er stellt jedoch nicht zwangsläufig eine Beeinträchtigung dar.
Andere Merkmale, die unter bestimmten Umständen als beeinträchtigend angesehen werden könnten z. Wie beim persönlichen Leid gibt es auch hier keine Definition, anhand derer entschieden werden könnte, welche Beeinträchtigungen kennzeichnend für psychische Störungen sind und welche nicht Unangemessenes Verhalten Wie wir eben gesehen haben, fallen nicht alle Formen des Leids oder der Beeinträchtigung in den Bereich der Klinischen Psychologie.
Sie gelten jedoch als gestört, wenn sie unangemessene Reaktionen auf Belastungenaus der Umgebung sind. Hunger dagegen ist eine nachvollziehbare Reaktion darauf, dass man nichts gegessen hat, und gehört damit nicht zu den Leidenszuständen, die gestörtesverhalten kennzeichnen. Nach unserem Verständnis sind das unangemessene Handlungsweisen und Reaktionen.
Wir haben nun einige Aspekte psychischer Störungen betrachtet. Keiner von ihnen führt allein zu einer zufriedenstellenden Definition, zusammen genommen liefern sie jedoch einen nützlichen Rahmen als Ausgangspunkt für die Definition gestörten Erlebens und Verhaltens. Was wir in diesem Buch tun, ist eine Aufreihung von Problemen und Verhaltensweisen, die gegenwärtig als gestört gelten.
Diese Liste wird sich zweifellos im Laufe der Zeit ändern. Die Klinische Psychologie entwickelt sich ständig weiter; und es ist nicht möglich, eine einheitliche Definition psychischer Störungen zu finden, die alle Aspekte abdeckt. Die dargestellten Merkmale machen einen Teil der Definition aus, sind jedoch nicht in gleicher Weise auf alle Diagnosen anwendbar.
Fazit Welche Merkmale von psychischen Störungen gibt es und inwiefern sind sie unzureichend? Bei der Beurteilung von gestörtem Verhalten und Erleben werden mehrere Aspekte berücksichtigt: die statistische Seltenheit, die Verletzung sozialer Normen, das persönliche Leid, die Beeinträchtigung der Lebensführung und die Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens. Jeder dieser Aspekte erfasst zwar einen Teil dessen, was als gestört angesehen werden kann; für sich allein genommen liefert jedoch keiner eine zufriedenstellende Definition.
Es ist nicht möglich, eine einheitliche Definition zu finden, die alle Aspekte psychischer Störungen abdeckt. Möglicherweise entgehen uns dabei bestimmte Phänomene, weil unseren Instrumenten die entsprechenden Vorrichtungen fehlen, um sie zu registrieren. Vor einigen Jahren berichteten Wissenschaftler, dass die Untersuchung eines in der Antarktis gefundenen Gesteinsbrockens ergeben habe, dass er vom Planeten Mars stamme, und die Analysen ergeben hätten, dass es auf dem Mars einmal Leben gegeben habe.
Die Wissenschaftler vermuteten, dass der Gesteinsbrocken vor etwa 16 Mio. Jahren von einem Asteroiden in den Weltraum katapultiert und vor Jahren von der Schwerkraft der Erde angezogen worden war. Chemiker und Weltraumforscher versuchten herauszufinden, ob er Hinweise auf Mikroben des Mars von vor 3,6 Mio. Jahren enthielt. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, er enthalte derartige Hinweise, andere nicht.
Was uns an der Kontroverse um das Marsgestein interessiert, ist die Frage,wie manentscheiden kann, ob es auf dem jetzt öden Planeten irgendwann einmal Leben gegeben hat. Wie können wir sicher sein, dass unser Verständnis von Leben, welches wir auf der Erde erworben haben, das erfassen kann, was vielleicht einmal auf dem Mars gelebt hat?
Wir können nach Leben auf anderen Planeten nur mit den uns zur Verfügung stehenden Instrumenten suchen, und die Konzipierung dieser Instrumente hängt nicht nur von technischen Möglichkeiten ab, sondern auch von unserer vorgefassten Meinung über das, was Leben bedeutet. Die Untersuchungen, die an Material von anderen Teilen des Sonnensystems vorgenommen werden, beruhen auf Annahmen über das Wesen lebender Materie, die dem, was sich ananderen Orten entwickelt hat, möglicherweise überhaupt nicht gerecht werden.
Dieser Exkurs in die Weltraumforschung soll deutlich machen, dass wissenschaftliche Beobachtung ein menschliches Bestreben ist, das einerseits die Stärken menschlichen Einfallsreichtums und menschlicher Gelehrsamkeit widerspiegelt, andererseits aber auch unsere grundsätzliche Unfähigkeit, vollständige Kenntnis vom Wesen unseres Universums zu erlangen.
Wissenschaftler können nur Instrumente für Beobachtungen entwickeln, von denen sie bereits irgendeine Vorstellung haben. Ihnen ist 8 1 Einführung: Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen. Wir knüpfen nun wieder anden Punkt an, mit dem wir dieses Kapitel begonnen haben: die Anforderung,bei der Untersuchung gestörten Verhaltens und Erlebens objektiv zu bleiben.
Man sollte immer bestrebt sein, gestörtes Erleben und Verhalten nach wissenschaftlichen Grundsätzen zu untersuchen. Es dürfte jedoch hier bereits klar sein, dass Wissenschaft kein völlig objektives und sicheres Unterfangen ist. Vielmehr spielen subjektive Faktoren, aber auch die Grenzen unserer Sichtweise des Universums bei der Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen eine Rolle, wie der Wissenschaftsphilosoph Thomas Kuhn feststellte.
Nach Auffassung von Kuhn spielt der Begriff des Paradigmas, d. Definition Ein Paradigma ist ein System grundlegender Annahmen, die eine bestimmte Gesamtheit wissenschaftlicher Fragestellungen beschreiben und dabei sowohl die Art der Konzepte festlegen, die als legitim angesehen werden, als auch die Methoden, die zur Erhebung und Interpretation von Daten herangezogen werden können Kuhn, Wir halten es für sinnvoll, unsere Überlegungen zu psychischen Störungen auf das paradigmatische Konzept zu stützen.
Wir verwenden den Begriff im Sinne allgemeiner Perspektiven, die das Vorgehen von Wissenschaftlern lenken, wenn sie in ihrem Bemühen, die Welt zu verstehen Daten erheben und interpretieren. Ein Paradigma hat weitreichende Auswirkungen darauf, wie Wissenschaftler zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgehen, denn [Menschen,] deren Forschungen auf gemeinsamen beruhen, sind den gleichen Regeln und Normen der wissenschaftlichen Praxis verpflichtet Kuhn, , S.
Wahrnehmungspsychologisch betrachtet ist ein Paradigma einer allgemeinen Perspektive oder einem Ansatz vergleichbar, einer Tendenz,bestimmteFaktoren bzw. Abgesehen davon, dass Definition und Erhebung von Daten durch ein Paradigma unweigerlich verzerrt werden, kann es auch die Art und Weise beeinflussen, wie Fakten interpretiert werden.
Wir werden die wichtigsten der Klinischen Psychologie im nächsten Kapitel erörtern, wollen Ihnen jedoch zuvor eine Vorstellung von ihrer Wirkungsweise vermitteln Ein Beispiel für in der Klinischen Psychologie Die Psychologen Langer und Abelson untersuchten, welchen Einfluss unterschiedliche theoretische Ausrichtungen auf die Art und Weise haben, wie ausgebildete Klinische Psychologen die Angepasstheit eines Menschen beurteilen.
Wie wir in Kapitel 2 noch ausführlicher erörtern werden, beruht die Verhaltenstherapie auf den Lerntheorien, die sich u. Verhaltenstherapeuten sind davon überzeugt, dass abweichendes Verhalten nach denselben Lernprinzipien erworben wird wie normales Verhalten, und sie konzentrieren sich vor allem auf offenes Verhalten. Dagegen suchen traditioneller orientierte Kliniker hinter dem gestörten Verhalten den innerpsychischen, möglicherweise verborgenen und häufig nicht augenfälligen Konflikt als Ursache.
Diese traditionellen Kliniker sind eher tiefenpsychologisch und psychodynamisch orientiert. Langer und Abelson erwarteten nun, dass sich Verhaltenstherapeuten aufgrund ihrer Ausrichtung an beobachtbarem Verhalten in ihren Urteilen weniger beeinflussen lassen als traditionell ausgebildete, tiefenpsychologisch orientierte Kliniker, die hinter dem offenen normalen Verhalten verborgene oder unbewusste Probleme sehen.
Stellenbewerber oder Patient? Zur Überprüfung dieser Hypothese führten sie folgendes Experiment durch: Sie führten einer Gruppe von Verhaltenstherapeuten und einer Gruppe von Psychoanalytikern ein Videoband vor, das zwei Männer in einem Interview zeigte. Zuvor hatte man der Hälfte der Kliniker in jeder Gruppe gesagt, bei dem Interviewten handle es sich um einen Stellenbewerber, der anderen Hälfte hatte man ihn als psychiatrischen Patienten beschrieben.
Es wurde erwartet, dass die traditionell orientierten Kliniker, die den Interviewten für einen Patienten hielten, ihn als gestörter beurteilen würden als diejenigen, die ihn für einen Stellenbewerber hielten. Von den Beurteilungen der beiden Gruppen von Verhaltenstherapeuten wurde erwartet, dass sie durch diese Etikettierung weniger beeinflusst und daher ähnlich sein würden.
Das Videoband, das allen Beurteilern vorgeführt wurde, zeigte einen bärtigen Professor im Gespräch mit einem jungen Mann Mitte Dieser war über eine Zeitungsannonce gefunden worden, mit der man nach jemandem gesucht hatte, der sich kurz zuvor um eine Stelle beworben hatte und gegen ein Honorar von zehn Dollar bereit war,sich interviewen und filmen zu lassen.
Die Probanden hörten einen weitschweifigen biographischen Monolog des jungen Mannes. Der Eindruck, den die Kliniker von der psychischen Gesundheitdes Interviewtengewonnen hatten,wurde mit einem Fragebogen erfasst. Galt der junge Mann als Stellenbewerber, unterschieden sich die Einschätzungen von psychodynamisch orientierten Therapeuten und Verhaltenstherapeuten nicht wesentlich.
Dagegen führte das Etikett Patient zu den erwarteten deutlichen Unterschieden Abb. Die Verhaltenstherapeuten beurteilten den kranken Interviewten als relativ gut angepasst, ähnlich wie ihre Kollegen, die ihn als Stellenbewerber beurteilten. Die qualitativen Einschätzungen der Kliniker entsprachen diesen Bewertungen. Während die Verhaltenstherapeuten den Mann unabhängig von der Etikettierung als realistisch, aufrichtig und verantwortungsbewusst beschrieben, machten die traditionellen Kliniker,die ihn als Patienten sahen, Aussagen wie strenge, abwehrende Person, Konflikt wegen Homosexualität und die Impulsivität macht sich in seiner Rigidität bemerkbar.
Die Verhaltenstherapeuten hatten bei diesem Experiment einen Vorteil, da das Verhalten des Interviewten trotz seiner weitschweifigen Ausführungen insgesamt nicht offensichtlich gestört war. Die Psychoanalytiker waren dagegen darin geschult, über das hinauszugehen, was bei einem Patienten am offensichtlichsten ist.
Langer und Abelson sind sich der Grenzen ihres Experiments sehr wohl bewusst und machen den Leser darauf aufmerksam, dass in einer anders gearteten Untersuchung vielleicht mit einem wirklich gestörten Interviewpartner die Verhaltenstherapeuten schlechter abschneiden könnten. Ziel des Experiments war es nicht,die eine theoretische oder therapeutische Orientierung gegen die andere auszuspielen.
Vielmehr sollte gezeigt werden, wie ein Paradigma die Wahrnehmung beeinflussen und bewirken kann, dass wir bestimmte Einzelheiten beachten und andere übersehen. Kapitel 1 Einführung Fokus Who is who? Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater Klinische Psychologen sind Psychologen Diplom, Magister oder Lic. Den Abschluss erlangt man nach einem fünfjährigen Fachstudium.
Weitere Schwerpunkte des Studiums sind Lern-, Motivations-, Emotions- und Gedächtnispsychologie, Sozialpsychologie, Persönlichkeitspsychologie, Entwicklungspsychologie, Biologische Psychologie, Forschungs- und Evaluationsmethoden. Zur Erlangung des akademischen Grads eines Psychologen Master mit Schwerpunkt in Klinischer Psychologie erforderlich sind die Durchführung einer empirischen Untersuchung und die Abfassung einer Abschlussarbeit Diplom- oder Masterarbeit , in der die Untersuchungsergebnisse dargestellt werden.
Das Thema derabschlussarbeit stammt meist auch aus dem Bereich der Klinischen Psychologie. Psychologische Psychotherapeuten sind Klinische Psychologen mit einer mindestens dreijährigen staatlich geregelten Zusatzausbildung. Diese Ausbildung umfasst intensive praktische Tätigkeiten in der Klinik und der ambulanten Versorgung, eigenständige Behandlungen unter Anleitung sowie eine staatliche Prüfung.
Der erfolgreiche Abschluss dieser Zusatzausbildung führt zurapprobation als Psychotherapeut. Mit der Approbation bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind auf die Behandlung von Störungen des Kindes- und Jugendalters spezialisierte Klinische Psychologen, die ebenfalls eine mindestens dreijährige Zusatzausbildung in Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters absolviert haben.
Die Approbation staatliche Prüfung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten kann auch von Diplompädagogen nach erfolgter zusätzlicher Ausbildung erlangt werden. Psychiater sind Mediziner mit einer fünfjährigen Facharztausbildung imfach Psychiatrie und Psychotherapie. Psychiater sind Spezialisten für die Diagnose und medizinische Behandlung psychischer Störungen.
Die typische Behandlung erfolgt durch die Verordnung von psychoaktiven Substanzen Psychopharmaka oder anderen, meist apparativen oder elektrophysiologischen Verfahren. In dem modernenverständnis der Psychiatrie gehört die Psychotherapie jedoch ebenso zu dem Fachgebiet wie die Psychopharmakotherapie. Verhaltenstherapeuten sind ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten mit einem intensiven Training an einem kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Institut.
Als Psychopathologen gelten Forscher, die sich mit den Ursachen, der Diagnostik und der Behandlung psychischer Störungen befassen. Psychopathologen kommen von ihrer akademischen Grundausbildung aus verschiedenen Disziplinen wie Biologie, Psychologie, Chemie, Pharmakologie, Medizin.
Klinische Psychologie
Sozialarbeiter sind an Fachhochschulen speziell im Feld der Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik ausgebildet und im klinischen Rahmen meist für die Sozio-, die Arbeitstherapie, die Rehabilitation und die beruflichewiederein- gliederung zuständig. Kliniken häufig im Suchtbereich entsprechend tätig. Fazit Welche Rolle spielt Subjektivität in der Wissenschaft? Wissenschaftliche Forschung ist ein Mittel, durch das Menschen versuchen, Wissen über die Welt zu erwerben.
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Ein entscheidender Aspekt dabei ist, dass Menschen nur die Dinge sehen, auf deren Wahrnehmung sie vorbereitet sind. Manche Phänomene bleiben uns vermutlich verschlossen, weil auch Wissenschaftler nur entdecken können, wovon sie bereits eine grundlegende Vorstellung haben. Der Subjektivität entgehen wir weder in der Wissenschaft noch in der alltäglichen Wahrnehmung der Dinge.
Was versteht Kuhn unter einem Paradigma und inwiefern beeinflusst es eine Wissenschaft? Ein Paradigma ist ein System grundlegender Annahmen, die eine bestimmte Gesamtheit wissenschaftlicher Fragestellungen beschreiben und dabei sowohl die Art der Konzepte festlegen, die als legitim angesehen werden, als auch die Methoden, die zur Erhebung und Interpretation von Daten herangezogen werden können.
Ein Paradigma legt also fest, welche Probleme Wissenschaftler untersuchen und wie sie dabei vorgehen. Nicht nur die Definition und die Erhebung von Daten werden beeinflusst, sondern auch die Art und Weise, wie Fakten interpretiert werden. Wenn man sich das eigene Paradigma bewusst macht, kann man subjektive Einflüsse eher berücksichtigen. Was fanden Langer und Abelson in ihrer Untersuchung zum Einfluss von theoretischer Überzeugung auf die Beurteilung von Menschen heraus?
Beim Vergleich der Beurteilung eines jungen Mannes in einem Interview zeigten sich folgende Unterschiede zwischen Verhaltenstherapeuten und Psychoanalytikern:Wenn die Therapeuten dachten, es handle sich um einen Stellenbewerber,unterschieden sich ihre Beurteilungen nicht voneinander. Hielten sie den jungen Mann dagegen für einen psychiatrischen Patienten,so schätzten ihn die Psychoanalytiker als wesentlich gestörter ein.
Langer und Abelson erklären dies dadurch,dass Verhaltenstherapeuten sich auf offenes Verhalten konzentrieren, während die Psychoanalytiker darüber hinausgehen. Die Untersuchung zeigt deutlich, wie ein Paradigma die Wahrnehmung beeinflussen kann. Weiterführende Literatur Kuhn, T. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt a. Im vorliegenden Kapitel wollen wir gegenwärtige gestörten Erlebens und Verhaltens und ihrer Behandlung betrachten.
Wir werden fünf der Klinischen Psychologie vorstellen: das biologische das psychoanalytische das humanistisch-existentielle das lerntheoretische das kognitive Paradigma. Die Ansichten über psychische Störungen sind heute sehr vielfältig. Kliniker und Forscher sind sich bei ihrer Arbeit der Stärken und der Grenzen der verschiedenen bewusst. Daher neigen sie dazu, bei der Betrachtung und Behandlung mehrere zu integrieren.
Am Ende dieses Kapitels werden wir ein weiteres Paradigma das Diathese- Stress-Modell beschreiben, das als Grundlage für einen integrativen psychobiologischen , modernen, heute dominierenden Ansatz dienen kann. Manch einer macht sich andie Erforschung psychischer Störungen, ohne sich über das Paradigma, dem er folgt, klar zu sein. Wie wir jedoch sehen werden und wie bereits aus dem Experiment von Langer und Abelson vgl hervorgegangen ist, hat die Wahl des Paradigmas entscheidenden Einfluss darauf, wie man abweichendes Verhalten definiert, untersucht und behandelt.
Mit der Darstellung von wollen wir nun eine Grundlage schaffen für die nachfolgende Untersuchung der Hauptkategorien psychischer Störungen und ihrer Behandlung. Fazit Welche lassen sich in der Klinischen Psychologie unterscheiden? Gegenwärtig sind in der Klinischen Psychologie fünf wichtige zu unterscheiden: das biologische, das psychoanalytische, das humanistisch-existentielle, das lerntheoretische und das kognitive Paradigma.
Als Grundlage für einen integrativen, modernen Ansatz kann das Diathese-Stress-Modell oder auch psychobiologische Modell dienen. Nach diesem weit gefassten Ansatz werden psychische Störungen durch abnorme biologische Prozesse verursacht. Dieses Paradigma wird gelegentlich auch als medizinisches Modell bezeichnet.! Das biologische Paradigma geht davon aus, dass psychische Störungen durch biologische Prozesse verursacht werden.
Die Erforschung gestörten Verhaltens ist historisch eng mit der Medizin verbunden. Wie schon früher dient das Modell der körperlichen Krankheit auch heute als Grundlage für das Verständnis gestörten Verhaltens. Die medizinische Terminologie ist in der Klinischen Psychologie nach wie vor dominierend. Als Louis Pasteur den Zusammenhang zwischen Bakterien und Krankheiten entdeckte und bald darauf die Existenz von Viren postulierte, lieferte die Theorie, dass Krankheiten durch Keime verursacht werden, eine neue Erklärung für Krankheitssymptome.
Die Infektionstheorie wurde zum neuen Paradigma der Medizin. Doch schon bald zeigte sich, dass nicht alle Krankheiten mit Hilfe der Keimtheorie erklärt werden konnten. Diabetes beispielsweise, eine Fehlfunktion der Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, geht weder auf eine Infektion zurück, noch lässt er sich überhaupt einer einzelnen Ursache zuschreiben.
Auch für Herzkrankheiten können verschiedene Faktoren genetische Ausstattung, Belastungen durch Rauchen und Übergewicht, ständiger Stress und möglicherweise auch die Persönlichkeit ursächlich sein. Medizinische Krankheiten können vielfältige Ursachen haben, eines haben sie jedoch gemeinsam: Irgendein biologischer Prozess ist gestört oder funktioniert nicht normal.
Deshalb wird diesesparadigma als das biologische Paradigma bezeichnet. Kapitel Das biologische Paradigma Erblich bedingte biologische Fehlfunktionen prädisponieren z. In allen Fällen wird eine psychopathologische Erscheinung mit der Störung eines biologischen Prozesses in einen Kausalzusammenhang gebracht. Wissenschaftler, die innerhalb des biologischen Paradigmas arbeiten, sind davon überzeugt, dass die Lösung psychopathologischer Rätsel allein in körperlichen Ursachen zu finden ist.
In diesem Abschnitt werden wir zwei Forschungsansätze betrachten, die besonders interessante Daten liefern: die Verhaltensgenetik und die Biochemie. Verhaltensgenetik Definition Verhaltensgenetik ist das Studium der individuellen Unterschiede im Verhalten, die zum Teil auf die unterschiedliche genetische Ausstattung zurückzuführen sind.
Wenn das Ovum, die weibliche Eizelle, mit dem männlichen Spermium verschmilzt, wird sie zur Zygote befruchteten Eizelle. Sie hat die für einen Menschen charakteristische Zahl von 46 Chromosomen. Jedes Chromosom besteht aus Tausenden von Genen, den Trägern der genetischen Information DNA , die die Eltern an das Kind weitergeben. Die vollständige ererbte genetische Ausstattung eines Individuums wird als Genotyp bezeichnet.
Der Genotyp eines Menschen ist sein nicht sichtbarer genetischer Aufbau; im Gegensatz dazu ist der sog. Phänotyp die Gesamtheit seiner beobachtbaren Merkmale z. Der Genotyp ist mit der Geburt festgelegt, sollte jedoch nicht als statische Einheit betrachtet werden. Gene, die verschiedene Entwicklungsmerkmale kontrollieren, werden zu bestimmten Zeiten aktiviert oder deaktiviert z.
Der Phänotyp ändert sich im Laufe der Zeit und wird im Allgemeinen als Produkt der Interaktion von Genotyp und Erfahrung Umwelt betrachtet. Ob jemand, der mit einer Anlage für hohe intellektuelle Leistungsfähigkeit geboren wird, dieses genetische Potential auch entwickelt, hängt von Umgebungsfaktoren wie Erziehung und Ausbildung ab. Die gemessene Intelligenz IQ ist daher als Index des Phänotyps anzusehen.
Es ist wichtig zu erkennen, dass verschiedene klinische Syndrome Störungen des Phänotyps, nicht des Genotyps sind. Daher ist es nicht richtig, von einer direkten Vererbung von Schizophrenien oder Angststörungen zu sprechen lediglich die Genotypen dieser Störungen können vererbt werden. Ob diese dann die Störungen des Phänotyps hervorrufen, hängt von Umgebung und Erfahrung ab; eine Disposition Diathese kann vererbt sein, nicht jedoch die Krankheit an sich.!
Klinische Syndrome sind Störungen des Phänotyps, nicht des Genotyps. Die Erforschung der Verhaltensgenetik stützt sich auf vier grundlegendeverfahren, mit denen man herauszufinden versucht, ob eine genetische Disposition für psychische Störungen erblich ist: Vergleich von Mitgliedern einer Familie Vergleich von Zwillingen Untersuchungen an adoptierten Kindern Linkage-Analyse.
Mit Familienstudien lassen sich die genetischen Prädispositionen von Familienmitgliedern untersuchen, dadie durchschnittliche Anzahl der gemeinsamen Gene zweier Blutsverwandter ermittelt werden kann. Kinder erhalten die Hälfte ihrer Gene von dem einen und die andere Hälfte 16 2 in Psychopathologie und Therapie. Menschen, deren Gene zu 50 Prozent übereinstimmen, werden als Verwandte ersten Grades bezeichnet.
Nicht so enge Verwandte besitzen weniger gleiche Gene. Neffen und Nichten verfügen über 25 Prozent gleiche Gene wie ihr Onkel oder ihre Tante und werden als Verwandte zweiten Grades bezeichnet. Den Ausgangspunkt solcher Untersuchungen bildet die Suche nach Personen mit der zu untersuchenden Diagnose.
Diese werden als Indexfälle oder Probanden bezeichnet. In Kapitel Vier geht es um die unterschiedlichen klinischen Erhebungsverfahren und deren Aussagekraft, während im darauffolgenden Kapitel das Methodenarsenal zur Untersuchung gestörten Verhaltens beleuchtet wird. Hier werden die Möglichkeiten nicht nur umfassend dargestellt, sondern auch kritisch hinterfragt, so dass dem Leser ein Eindruck vermittelt wird, wann welche Methode anzuwenden ist, und worin mögliche Probleme zu sehen sind.
In unterschiedlichen Kapiteln werden die jeweiligen Störungen näher definiert und zur Beschreibung wichtige Kriterien in Anlehnung an die eingangs vorgestellten Klassifikationssysteme dargestellt. Die Ätiologie wird ebenso ausführlich behandelt wie mögliche therapeutische Verfahren. Die Schilderungen werden durch Fallvignetten und Zusammenfassungen abgerundet.
Im Einzelnen werden folgende übergeordnete Störungen natürlich mit den dazu gehörigen spezifischeren Störungen ausführlich erläutert: Angststörungen Kapitel 6 , Somatoforme und dissoziative Störungen Kapitel 7 , Psychophysiologische Störungen Kapitel 8 , Essstörungen Kapitel 9 , Affektive Störungen Kapitel 10 , Schizophrenie Kapitel 11 , Substanzinduzierte Störungen Kapitel 12 , Persönlichkeitsstörungen Kapitel 13 , sowie Sexuelle Störungen und Störungen der Geschlechtsidentität Kapitel Bemerkenswert ist der selbstverständliche Einbezug von psychophysiologischen Störungen wie Kardiovaskuläre Erkrankungen, Asthma oder Aids, welcher dazu beiträgt, dass sich das Lehrbuch nicht nur auf psychische Störungen konzentriert.
Der dritte Teil der Veröffentlichung hat spezifische Störungen zum Gegenstand, die in Zusammenhang mit Entwicklung und Alter stehen. So setzen sich die Autoren in Kapitel 15 mit den Störungen in Kindheit und Jugend auseinander. Dem Kapitel steht eine Diskussion über Schwierigkeiten bei der Klassifikation von abweichendem Verhalten bei Kindern voran und sensibilisiert so, worauf bei einer Klassifikation zu achten ist, respektive welche Störungen speziell bei Kindern und Jugendlichen vorkommen, im Gegensatz zu solchen, die auch Erwachsene betreffen können.
Im Weiteren werden Störungen mit unterkontrolliertem Verhalten also ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, etc. Da die Psychologie des Alterns, bzw. Dies leistet Kapitel Danach werden hirnorganisch bedingte bspw. Alzheimer-Demenz, Delirium und relevante psychische Störungen Depressionen, Angststörungen, etc. Mögliche Überschneidungen werden kritisch diskutiert.
Gerade im höheren Alter ist eine differenzierte Begutachtung einzelner Symptome wichtig, so dass eine entsprechende Darstellung innerhalb eines Lehrbuchs als unverzichtbar gelten kann. Hautzinger ist es hier zudem zu verdanken, dass Ergebnisse deutscher Untersuchungen wie die Berliner Altersstudie eingearbeitet wurden, das Buch dadurch an nationalem Bezug und Relevanz gewinnt.
Ebenso wie in den vorangegangenen Kapiteln werden mögliche ätiologische Faktoren nebst Behandlungsmöglichkeiten erläutert. Der letzte Teil des Buches thematisiert Interventionsmöglichkeiten, rechtliche und ethische Aspekte. Kapitel 17 gibt dabei einen Abriss verschiedenster Therapieformen. Kulturelle wie ethnische Faktoren werden ebenfalls näher beleuchtet. Im Vergleich zu den vorherigen Kapiteln mag dieses Kapitel etwas kurz erscheinen, doch wurden bereits bei den entsprechenden Störungsbildern therapeutische Interventionsmöglichkeiten eingehend beschrieben, so dass sich möglicherweise vorher aufgeworfene Fragen mittels des hier dargestellten Überblicks beantworten lassen.
Auch hier sind die Literaturhinweise so zu verstehen, sich vertieft mit einzelnen Bereichen auseinanderzusetzen. Besonders hervorzuheben ist, dass die einzelnen therapeutischen Verfahren durchleuchtet und kritisch hinterfragt werden, was wiederum die Auseinandersetzung des Lesers mit dem Lernstoff anregen soll. Das letzte Kapitel thematisiert rechtliche Rahmenbedingungen im Umgang mit Patienten, seien es deren Grundrechte, aber auch Handlungsspielräume bei der Unterbringung gegen deren Willen.