Psychologie sozialintegration

Herausforderungen und Bedingungen des Bildungserwerbs von Zuwanderern. Quelle Berlin : Freie Universität Berlin , ix, S. PDF als Volltext kostenfreie Datei 1 ; PDF als Volltext kostenfreie Datei 2 Link als defekt melden Verfügbarkeit Dissertation, Freie Universität Berlin, Sprache deutsch Dokumenttyp online; Monographie URN urn:nbn:de:kobvfudissthesis Schlagwörter Bildungserfolg ; Bildungsinteresse ; Soziale Integration ; Generation ; Jugend ; Geschlechtsunterschied ; Schulerfolg ; Motivation ; Geschlecht ; Assimilation Soz ; Einwanderung ; Migration ; Mischehe ; Dissertation ; Hochschulschrift ; Migrant ; Pole ; Russe ; Türke ; Deutschland Abstract Diese Dissertation umfasst drei Studien.

Die erste Studie analysiert die Assimilationsmuster unterschiedlicher Zuwanderergruppen " Studie 1". Die zweite Studie untersucht Unterschiede in geschlechtsspezifischen Mustern des Bildungserfolgs zwischen Jugendlichen aus unterschiedlichen Zuwanderergruppen und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund "Studie 2". Die dritte Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob psychologische Instrumente valide zwischen ethnischen Gruppen eingesetzt werden können "Studie 3".

Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit ist dabei das Wissen über die speziellen Herausforderungen von Zuwanderern im Eingliederungsprozess zu erweitern und die Entstehungszusammenhänge der Muster des Bildungserfolgs unter Migrationsbedingungen näher zu beleuchten. Den drei Studien im Hauptteil der Arbeit ist eine ausführliche Einleitung vorangestellt.

Diese bietet einen umfassenden Rahmen, um die Forschungsergebnisse der einzelnen Studien in einen weiteren forschungstheoretischen Zusammenhang einordnen zu können. Dieses einleitende Kapitel weist darauf hin, dass der im Mittel niedrigere sozio- ökonomische Status von Zuwandererfamilien eine der zentralen Herausforderungen im Migrations- und Eingliederungsprozess darstellt.

Gleichzeitig scheinen jedoch auch viele Ergebnisse vorzuliegen, die auf spezielle migrationsbezogene Herausforderungen hindeuten. Beispielsweise diskutieren verschiedene Zuwandererforscherinnen und -forscher die Entwertungen von Ressourcen im Zuge der Migration oder Konflikte, die sich aus kulturellen Wert- und Normhaltungen einzelner ethnischer Gruppen ergeben können.

Es werden jedoch auch besondere Ressourcen diskutiert, die Zuwanderern zur Verfügung stehen. So wird mitunter auf besonders hohe Motivation Immigrant Optimism oder auf ein enges unterstützendes soziales Netzwerk der Zuwandererpopulation im Aufnahmeland hingewiesen. Auf der Basis der nationalen Erweiterungsstichprobe von PISA PISA-E werden in Studie 1 strukturelle Assimilationstendenzen von Fünfzehnjährigen, deren Familien aus der Türkei, dem Gebiet der ehemaligen UdSSR oder Polen zugewandert sind, im Hinblick auf den Gymnasialbesuch und die mathematischen Kompetenzen untersucht.

Es wird der Frage nachgegangen, ob segmentierte Assimilationsprozesse zu beobachten sind. Eine allmähliche Annäherung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an solche ohne Migrationshintergrund im Hinblick auf diese Indikatoren würde auf eine direkte Assimilation Straight-Line Assimilation , eine annähernde Konstanz der Disparitäten hingegen auf eine sogenannte abwärtsgerichtete Assimilation Downward Assimilation hindeuten.

Die Ergebnisse weisen bezüglich des Gymnasialbesuchs und der Kompetenzen für türkischstämmige Jugendliche auf Muster der abwärtsgerichteten Assimilation hin, während die Befunde für Jugendliche mit Eltern aus Polen und der ehemaligen UdSSR dem Muster der direkten Assimilation entsprechen. Generation, interethnische Beziehungen , da sonst bedeutende Unterschiede in den Lebensumständen und dem Bildungserfolg dieser Teilgruppen unerkannt bleiben.

Studie 2 untersucht, ob geschlechtsspezifische Muster des Bildungserfolgs auf vergleichbare Weise sowohl in Familien ohne Migrationshintergrund als auch in einzelnen Zuwanderergruppen vorzufinden sind. Diese Frage bezieht sich auf theoretische Arbeiten, die davon ausgehen, dass traditionellere Geschlechtsrollenorientierungen, die in einzelnen Zuwanderergruppen beobachtet werden können, einen unterschiedlichen Einfluss auf den Bildungserfolg und die bildungsbezogenen Einstellungen von Jungen und Mädchen einzelner Zuwanderergruppen haben.

Die Differenz zu ihren männlichen Peers ist dabei stärker ausgeprägt als geschlechtsspezifische Unterschiede in Familien ohne Migrationshintergrund. Auch in dieser Gruppe sind die Geschlechtsunterschiede stärker ausgeprägt als in Familien ohne Zuwanderungshintergrund.

Sozialintegration durch Religion?

Bedauerlicherweise konnten weiterführende Untersuchungen jedoch keine Faktoren aufdecken, die diese Muster erklären würden. Das SAL Instrument enthält verschiedene psychologische Konstrukte, die in vielen Bildungsstudien eingesetzt werden. Die Ergebnisse zeigen bedeutsame Variationen in der sogenannten Measurement Invariance MI über die untersuchten Gruppen.

Die Studie weist darauf hin, dass selbst wenn MI über verschiedene Länder vorliegt, so ist es trotzdem notwendig, dass der valide Einsatz zwischen einzelnen kulturellen Gruppen innerhalb von Ländern empirisch überprüft wird. Unterscheidung von öffentlicher und privater Religion zum einen und der Kritik religiöser Institutionen zum anderen [9]. Es ist bemerkenswert, dass er seine Kirchenkritik aus dem biblischen Textcorpus entwickelt, zumal seine Interpretation des Christentums als eine esoterisch-gnostische zu gelten hat Verwerfung der Institutionen vs.

Verinnerlichung und Verheimlichung [10]. Durch diese »Entöffentlichung« entkleidet Hobbes die Religion ihres politischen Charakters und löst so den Konflikt zwischen Religion und Staat als durch totale Geltungsansprüche geprägte Symbolsphären auf. Wie aber fügt sich die Vorstellung eines öffentlichen Gottesdienstes in dieses Verständnis vom Christentum ein? Eine Kenntnis dieser Gesetze —gewonnen aus der Beschäftigung mit dem biblischen Schriften- ist daher unabdingbar.

Was dem Staate möglich ist, muss auch dem Oberherrn möglich sein. Diejenigen Zeichen der Gottesverehrung also, welche der Oberherr vorschreibt, müssen im öffentlichen Gottesdienst von jedem Bürger angenommen werden. Gleichwohl liegt, wie das Zitat zeigt, das Auslegungsmonopol bei dem Souverän, der somit als personifizierte Vernunft die Definitionshoheit über jene religiösen Lehren, Handlungen und Vergemeinschaftungsformen innehat.

So wird im öffentlichen Gottesdienst stets auch die Hoheit des Oberherren und damit der Leviathan selbst erlebbar. Da für Hobbes die psychologischen Wurzeln der Religion in Furcht und der Verehrung gefürchteter Dinge bestehen [12] , erfährt die Staatsentität hier ihre fundamentale Absicherung. Die Religion des Menschen ähnelt dem privaten Gottesdienst von Hobbes, auch wenn sie v.

Innerlichkeit und Moralität sowie ein Verzicht auf religiöse Institutionen kennzeichnen diesen Typus. Die Religion des Bürgers lässt sich dagegen in Anlehnung an den öffentlichen Gottesdienst bei Hobbes beschreiben: es handelt sich um ein durch den Souverän gesetztes Set nationaler Dogmen, Riten und Kulte [13]. Während die Religion des Menschen den Einzelnen durch Rückzug vom Staat entfremde und eine Identifikation Wertintegration mit ihm hindert, befördert die Religion des Bürgers Kriege mit anderen Völkern, bspw.

Indem Rousseau an die Stelle des übermächtigen Staates als der Zwangsjacke staatsbürgerlicher Kooperation die Zivilreligion setzt, verankert er die Integrationsleistung im Individuum relationaler Integrationsbegriff. Während die bürgerliche Religion eher eine mittelbare Integrationswirkung als symbolische Stütze des Gemeinwesens hat, ist die Integrationsleistung der Zivilreligion eine umfassende und prinzipielle.

Wie Rousseau geht auch Durkheim davon aus, dass die Gesellschaft eines sozialen Bandes bedarf, um ihren Zusammenhalt zu sichern. Und wie jener schreibt er der Religion diese Wirkung zu. Allerdings hat Durkheim weniger die politische als die soziale Integration vor Augen, wenn er in seiner Studie zur sozialen Arbeitsteilung der Frage nachgeht, ob die zunehmende Differenzierung einer Gesellschaft nicht ihre Desintegration zur Folge haben müsste.

Während in gering differenzierten Gesellschaften die Rollen der Einzelnen noch durch ihre Herkunft determiniert und institutionell gerahmt waren etwa durch Zünfte , wird dieser auf Kontinuität angewiesenen mechanischen Solidarität durch den dynamischen Wandel der Industrialisierung die Grundlage entzogen.

Der Integrationsmechanismus ist nunmehr organische Solidarität. Daniela C. Kalthoff, Bonn [DCK] Dr. Andrea Kampschulte, Basel [AKs] Dr. Dieter Kelletat, Essen [DK] Prof. Franz-Josef Kemper, Berlin [FJK] Farid El Kholi, Berlin [FE] Dr. Günter Kirchberg, Speyer [GK] Dr. Thomas Kistemann, Bonn [TK] Prof. Dieter Klaus, Bonn [DKl] Prof. Arno Kleber, Bayreuth [AK] Prof.

Hans-Jürgen Klink, Bochum [HJK] Prof. Wolf Günther Koch [WK] Dr. Franz Köhler, Gotha [FK] Dipl. Bernhard Köppen, Chemnitz [BK] Dipl. Kirsten Koop, Berlin [KK] Prof. Christoph Kottmeier, Karlsruhe [CK] Dr. Caroline Kramer, Heidelberg [CKr] Dr. Klaus Kremling, Kiel [KKr] Prof.

Soziale Kontrolle durch Psychologie und Psychologen: einige Vorüberlegungen

Elmar Kulke, Berlin [EK] Prof. Wilhelm Kuttler, Essen [WKu] Dipl. Christian Langhagen-Rohrbach, Frankfurt a. Harald Leisch, Köln [HL] Prof. Bärbel Leupolt, Hamburg [BL] Prof. Hartmut Lichtenthaler, Karlsruhe [HLi] Dipl. Christoph Mager, Heidelberg [CMa] Dipl. Christiane Martin, Köln [CM] Prof. Jörg Matschullat, Freiberg [JMt] Prof.

Alois Mayr, Leipzig [AMa] Dipl. Heidi Megerle, Schlaitdorf [HM] Dr. Andreas Megerle, Tübingen [AM] Dipl. Astrid Mehmel, Bonn [AMe] Prof. Jens Meincke, Hamburg [JM] Dipl. Klaus Mensing, Hamburg [KM] Dipl. Rita Merckele, Berlin [RM] Prof. Manfred Meurer, Karlsruhe [MM] Prof. Peter Meusburger, Heidelberg [PM] Prof.

Integrationstheorien und ihr Einfluss auf Integrationspolitik | Integrationspolitik | bpb.de

Georg Miehe, Marburg [GM] Prof. Werner Mikus, Heidelberg [WM] Prof. Thomas Mosimann, Hannover [TM] Renate Müller, Berlin [RMü] PD Dr. Hans-Nikolaus Müller, Luzern [HNM] Prof. Detlef Müller-Mahn, Bayreuth [DM] Prof. Heinz Musall, Gaiberg [HMu] Prof. Frank Norbert Nagel, Hamburg [FNN] Dipl. Martina Neuburger, Tübingen [MN] Dipl.

Peter Neumann, Münster [PN] Prof. Jürgen Newig, Kiel [JNe] Prof. Josef Nipper, Köln [JN] Prof. Auf diesen Konzepten beruhen integrationspolitische Ansätze, die die Anerkennung und den Schutz ethnischer und kultureller Unterschiede betonen und sich gegen einen "Druck" zur Assimilation wenden. Von einer solchen explizit multikulturellen Integrationspolitik haben inzwischen Staaten wie beispielsweise die Interner Link: Niederlande Abstand genommen.

In der Migrationsforschung steht der Ansatz in der Kritik, weil er ethnische und kulturelle Gemeinschaften als homogene Gruppen versteht. Diese essentialistische Vorstellung dient z. In der deutschsprachigen Migrationsforschung wurden erstmals in den er Jahren und frühen er Jahren umfassende Konzepte einer Migrations- bzw.

Integrationssoziologie vorgelegt. Sie griffen auf Konzeptionen der US-amerikanischen Soziologie zurück und modifizierten diese. Zu den Pionierarbeiten zählen vor allem die Veröffentlichungen von Hoffmann-Nowotny und Esser Von Hoffmann-Nowotny stammt unter anderem die Unterschichtungsthese, die heute zum Alltagsvokabular der wissenschaftlichen oder politischen Auseinandersetzung mit Migrations- und Integrationsfragen gehört.

Zu beobachten sind Interner Link: solche "Fahrstuhleffekte" beispielsweise am Arbeitsmarkt. Anders als die prominente Unterschichtungsthese sind Hoffmann-Nowotnys theoretischen Ansätzen zur Erklärung von Migration und Integration in den Hintergrund geraten. Deutlich mehr Einfluss auf das in der deutschen Integrationspolitik herangezogene Verständnis von Integration hatte die Theorie des Mannheimer Soziologen Hartmut Esser.

Essers handlungstheoretisches Modell orientiert sich an einer kognitiven Theorie des Handelns und Lernens von Individuen. Die mit Migration verbundenen Problemstellungen wie z. Im Prozess der Assimilation unterscheidet Esser zwischen vier Dimensionen:. Diese vier Dimensionen stehen nach Esser in einem kausalen Zusammenhang und bestimmen den Grad der gesellschaftlichen Integration des Individuums.

Die vollständige Assimilation ist dabei nicht unausweichlich; eine partielle Assimilation ist möglich. So ergeben sich vier Möglichkeiten der Sozialintegration siehe Tabelle. Letztlich ist nach Esser die individuelle Assimilation, also die Integration in den Aufnahmekontext bei gleichzeitiger Aufgabe der Bindungen im ethnischen Kontext, alternativlos, um die sozialen Statuspositionen der nicht-migrierten Bevölkerung zu erreichen.

Quelle: Esser, Hartmut : Integration und ethnische Schichtung. Arbeitspapiere — Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung, Nr. Nach wie vor gilt Essers Theorie als der prominenteste Versuch, die US-amerikanischen Assimilationstheorien in die deutsche Migrationsforschung zu übertragen und weiterzuentwickeln.

Zahlreiche Forschungsprojekte orientieren sich bis heute an seinem Modell und ziehen die vier Dimensionen der individuellen Assimilation kulturelle, strukturelle, soziale und identifikative Assimilation für ihre Untersuchungen heran. Auch die deutsche Integrationspolitik greift auf diese Vorstellung von Integration zurück.