Dissoziation definition psychologie
Bruchstückhaftes Erleben der Identität und von Erinnerungen Dissoziative Identitätsstörung Dissoziative Identitätsstörung Bei der dissoziativen Identitätsstörung, früher multiple Persönlichkeitsstörung genannt, alternieren zwei oder mehrere Identitäten in derselben Person. Ein leichter Schlag auf den Kopf kann nicht dazu führen, dass Menschen plötzlich vergessen, wer sie sind, und ihr gesamtes Wissen verlieren.
Dissoziative Störungen werden normalerweise durch überwältigenden Stress oder Trauma ausgelöst. Zum Beispiel können Betroffene in ihrer Kindheit missbraucht oder misshandelt worden sein. Sie können traumatische Ereignisse erlebt oder miterlebt haben, wie beispielsweise Unfälle oder Katastrophen.
Oder sie durchleben innere Konflikte, die so unerträglich sind, dass ihre Psyche gezwungen ist, inkompatible oder unakzeptable Informationen und Gefühle von bewussten Denkvorgängen zu trennen. Dissoziative Störungen beziehen sich auf trauma- und stressbezogene Störungen Trauma- und stressbezogene Störungen - eine Übersicht Trauma- und stressbezogene Störungen werden durch traumatische oder Stresssituationen ausgelöst.
Zu den spezifischen Störungen zählen die akute Belastungsreaktion und die posttraumatische Belastungsstörung Ich wünsche dir einfach, dass du eine gute Therapeutin findest, die dich gut unterstützt. Hallo Dami, danke für deine ehrlichen Worte! Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg. Und einen guten entspannten Rutsch heute.
Hallo Dami, seit ein paar Tagen schaue ich deine Videos und finde deine Beiträge sowohl verständlich als auch umfassend. Seit etwa 10 Jahren leide ich schon an Dissoziationen und habe schon unterschiedliche Therapien kennengelernt. Leider werde ich meine Alltagsdissoziationen auf der Arbeit und unter Freunden trotzdem irgendwie nicht los.
Meistens sehen meine Dissoziationen so aus, dass ich sehr oft einen Filmriss habe, manchmal sehe ich mich auch aus dritter Person. Bald geht meine Verhaltenstherapie auch noch zuende und die Krankenkasse bezahlt mir auch keine weitere Verhaltenstherapie… muss ich mich gegen Ende meiner Therapie also damit abfinden, dass ich das sowieso nicht geheilt bekomme…?
Dissoziation (Psychologie) – PSYLEX
Viele Menschen wissen im Moment der Dissoziation auch nicht, wie sie damit umgehen sollen und wollten auch schon öfter den Notarzt verständigen…. Liebe Katharina, selbstverständlich ist dieser Zustand veränderbar! Dissoziation entsteht aus einem Mangel an Selbstregulationsfähigkeit und ist irgendwann einfach auch ein Notausgang für den Körper und die Psyche.
Man kann damit arbeiten! Ein wichtiger Schritt ist, deinen Körper wieder fühlen zu lernen. Hallo Thomas, leider kann ich dazu überhaupt nichts sagen. Ich kenne dich nicht und kann da nichts tun. Vielleicht wäre eine therapeutische Begleitung sinnvoll, um das aufzuarbeiten. Hier per Kommentar ist das leider der falsche Ort.
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Kommentar abschicken. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden. Dissoziation und Trauma — Die Abspaltung von mir selbst von Dami Charf Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren. Vorname: E-Mail-Adresse: JA, ich möchte deinen Newsletter erhalten und über Trauma und seine Auswirkungen sowie deine Angebote www.
Letzte Beiträge. Heike Eichenmüller am 7. Dezember um Heike Eichenmüller Antworten. Anne Antworten. Marc Sweeren am Tommi am LG Antworten. Dami am Vincent am Katharina am Mai um Dami Charf am Oktober um Dissoziation ist aber viel weiter verbreitet. Auf dem Blog von Dami erfährst du mehr […]. Der enge Zusammenhang von Dissoziabilität und weiteren Persönlichkeitsmerkmalen bildeten den Ausgang für ein soziokognitives Modell dissoziativer Störungen, das insbesondere im Hinblick auf das in der psychiatrischen Kommunität nicht unumstrittene Konzept der dissoziativen Identitätsstörung einen konkurrierenden Erklärungsansatz zu einem dominanten posttraumatischen Modell darstellt Lynn et al.
Dieser soziokognitive Zugang erscheint bedeutsam für das Verständnis von zu gewissen historischen Zeiten in bestimmten sozialen und kulturellen Kontexten geradezu endemisch beschriebenen Inzidenzen komplexer dissoziativer Phänomene, wie sie beispielsweise für die 90er-Jahre des Jahrhunderts in den USA hoch kontroversiell diskutiert worden sind Piper und Merskey a , b ; Kihlstrom Empirische Daten aus dem soziokognitiven Modell haben bisher noch keinen prägenden Einfluss auf die Konzeptualisierungen der dissoziativen Störungen in offiziellen psychiatrischen Klassifikationssystemen erlangt.
Sie stellen jedoch einen wichtigen Gegenpart zum derzeit favorisierten posttraumatischen Paradigma dar. Vorliegende Befunde sind in erster Linie empirisch zu diskutieren und zu klären Boysen und Vanbergen a ; Brand et al. In einem ausgewogenen biopsychosozialen Verständnis beziehen sich die theoretischen Annahmen und empirischen Erkenntnisse aus dem soziokognitiven Modell auf jene soziokulturelle Ebene, die einen grundlegenden pathoplastischen Einfluss auf psychische Störungen im Allgemeinen, auf dissoziative Störungen im Speziellen nehmen können.
Dissoziation als Reaktion auf ein Trauma Sehr viele Patienten mit dissoziativen Störungen berichten über gravierende psychologische Traumatisierungen sowohl in der aktuellen Gegenwart als auch während früher Entwicklungsjahre. Hierunter imponieren v. Die meisten dieser in der Literatur publizierten Angaben beruhen auf retrospektiv ermittelten Daten. Sie beinhalten also methodisch bedingt mögliche Verzerrungen.
Von einigen Autoren wird die spezielle Reaktion auf ein reales Trauma hervorgehoben Allen ; Nijenhuis und van der Hart ; Dorahy und van der Hart , andere betonen eher eine hereditär prädisponierende Persönlichkeit in der dissoziativen Reaktion auf Traumata und Belastungen Paris Der epidemiologische Zusammenhang von Trauma und Dissoziation scheint eng zu sein, er darf aber weder unilinear noch monokausal betrachtet werden.
Die Interrelationen von Trauma, Erinnerung und Dissoziation sind stets vielschichtig zu analysieren Briere ; Giesbrecht und Merckelbach ; McNally ; Dalenberg et al. Empirische Forschungsansätze richten sich hierbei auf die Entstehung und Organisation des Gedächtnisses traumatischer Erfahrungen und möglicher Konsequenzen für das autobiografische Gedächtnis und das personale Identitätsgefühl zum einen, auf die Mechanismen und die symptomatischen Auswirkungen von Depersonalisation und Derealisation zum anderen.
Empirische Befunde hierzu beruhen in beiden diagnostischen Störungsgruppen auf denselben Forschungsansätzen. Es sollen hier nur Aspekte zur allgemeinen Orientierung skizziert werden. Spezielle Befunde werden bei den einzelnen dissoziativen Störungen und bei der akuten und posttraumatischen Belastungsstörung näher ausgeführt Kap.
Grundlagen dissoziativer Störungen des Gedächtnisses Sowohl intrusive Traumaerinnerungen als auch spezielle Amnesien weisen auf grundlegende dissoziative Prozesse nach schwerwiegenden Traumata hin. Diese dissoziativen Störungen lassen sich auf mehreren hierarchischen neuroanatomischen Ebenen der Informationsverarbeitung beschreiben.
Zunächst stellt das Gedächtnis keine einheitliche neuronale Organisation dar. Es besteht vielmehr aus distinkten Subsystemen, die ihre je typischen neuroanatomischen Regelkreise besitzen. Prinzipiell werden ein explizites und ein implizites Gedächtnis unterschieden Markowitsch Das explizite oder auch deklarative Gedächtnis ist abhängig von aktiver Aufmerksamkeit und fokussierter Konzentration.
Seine Inhalte sind verbalisierbar. Kerndaten der Biografie wie Geburt, zentrale Lebensstationen, die weniger erinnert als vielmehr gewusst werden, gehören als semantische Subkomponente dem autobiografischen Gedächtnis an. Es werden davon andererseits bewusst abrufbare allgemeine faktische Wissensinhalte und Kenntnisse des semantischen Gedächtnisses unterschieden.
Diese sind unabhängig von einer zeitlichen und räumlichen Einordnung und auch ohne speziellen Bezug zur betreffenden Person. Das implizite oder auch prozedurale Gedächtnis speichert zunächst erlernte Fertigkeiten, automatisierte Gewohnheiten und Handlungen. Es läuft unbewusst ab, ist ebenfalls ohne zeitliche, räumliche und personale Organisation. Das Wissen über diese Fertigkeiten ist in seiner Vermittlung nicht auf Sprache angewiesen.
Priming, assoziatives Lernen nach dem klassischen und operanten Konditionierungsparadigma und nichtassoziatives Lernen wie Sensitivierung und Habituation gehören diesem Gedächtnistypus an. Thalamus, Assoziationskortizes und Hippokampus organisieren auf vielschichtigen Stationen eine differenzierte kognitive Landkarte. Im Hippokampus werden die polymodalen Sinneseindrücke in eine räumlich und zeitlich strukturierte Episode integriert.
Endgültig engrammiert aber werden die expliziten Gedächtnisinhalte polymodal in einzelnen neokortikalen Arealen. Der Hippokampus spielt bei einer Wiedererinnerung erneut eine wichtige Rolle. Daneben existiert ein paralleler Pfad der Informationsverarbeitung , der rasch und unmittelbar vom Thalamus zur Amygdala führt. Hier erfahren die sensorischen Informationen eine basale emotionale Bewertung.
Durch diese affektive Verstärkung ist die Amygdala entscheidend an der im Hippokampus vermittelten Konsolidierung von Gedächtnisinhalten beteiligt. Die Amygdala organisiert wesentlich assoziatives Lernen nach dem klassischen und operanten Konditionieren. Sie ist die zentrale Schaltstelle des emotionalen Gedächtnisses LeDoux Im Zusammenspiel mit dem Hippokampus entsteht eine Konditionierung an den Kontext der auslösenden Situation.
Vor allem über präfrontale, daher prinzipiell bewusstseinsfähige Einflüsse des expliziten Gedächtnisses können diese automatisierten Konditionierungsreaktionen modifiziert und auch gehemmt werden. Von grundlegender Relevanz für ein neuropsychologisches Verständnis dissoziativer Gedächtnisstörungen wie z.
Letzteres beinhaltet die Elemente einer subjektiven Zeitdimension, eines autonoetischen Bewusstseins und eines speziellen emotionalen Selbsterlebens Reinhold und Markowitsch Autobiografische Erinnerungen werden vorrangig in limbischen und dienzephalen Strukturen gebildet und gespeichert. Die Integration von emotionalen Informationen in einem speziellen Selbstbezug unterstreicht aber auch eine notwendige Beteiligung präfrontaler Strukturen, v.
Jacques ; Brand et al. Traumainduzierte dissoziative Gedächtnisstörungen. Unter den Bedingungen einer traumainduzierten Übererregung lassen sich auf den sukzessiven Ebenen der zentralen Informationsverarbeitung folgende prinzipielle Störungen als Voraussetzungen für dissoziative mnestische Symptome beschreiben Watson und Berntsen : Die Korrektheit des sensorischen Transfers vom Thalamus an nachgeschaltete kortikale Strukturen wird bei Einwirkung massiver Stressoren beeinträchtigt.
Das Wahrnehmungsfeld engt sich ein, fokussiert auf wenige zentrale Aspekte mit besonderer Gefahrenrelevanz und klammert periphere Kontextaspekte aus. Das Wahrnehmungsfeld kann auch vollständig desintegrieren. Die in den neuronalen Schaltkreisen von Thalamus-limbische Strukturen-Kortex zu lokalisierenden Enkodierungsprozesse werden nachhaltig gestört, sodass eine Diskonnektion von emotionalen, kognitiv-faktischen und autobiografischen Gedächtnissystemen resultieren kann.
Ein extremes emotionales Arousal in der Amygdala interferiert negativ mit hippokampalen Funktionen. Erinnerungen werden vorrangig als affektive Zustände in somatischen Sensationen und visuellen Bildern enkodiert. Diese amygdalagestützten emotionalen Erinnerungen beruhen typischerweise nur auf wenig koordinierten Informationsdetails über die externe Realität. Dissoziative Symptome wie emotionale Betäubung und motorisches Erstarren einerseits, diffuse Angst, Panik, Horror, sexuelle Erregung und autonomes Hyperarousal andererseits sind mit dieser traumainduzierten Funktionalität assoziiert, aber auch die typischen Erinnerungsmodi von detailbezogener Hypermnesie, umschriebener Amnesie und Flashbackrekollektion.
Ein Verlust der selbstreflexiven Visualisierung in der Erinnerung ist ein typisches Merkmal der bei exzessiver Erregung auftretenden Dysfunktionalität im Amygdala-Hippokampus-Komplex. Die in einer hierarchischen Dimension der Informationsverarbeitung auf unterschiedlichen neuroanatomischen Ebenen nachweisbare Kompartmentalisierung findet auch im Hinblick auf die Funktionalität beider Hirnhemisphären eine zusätzliche Entsprechung.
Der Verlust von autobiografischer Kontextualisierung und Selbstreflexivität stützt sich auf eine vorrangige rechtshemisphärale Aktivität, die im Extremfall keinen Anschluss mehr an sprachliche Ausdrucksmuster der linken Hirnhälfte findet. Zeichen eines Hypnoids, einer Trance mit hoher Suggestibilität können vorliegen.
Zudem können Zustände von Depersonalisation und Derealisation , aber auch grundlegende Veränderungen des Selbst- und Identitätsgefühls imponieren Devinsky und Lai ; Eliott et al. Diese komplexen Zusammenhänge können in einer manchmal unentwirrbaren Vermengung von historischer Realtraumatisierung, traumainduzierter Störung der Informationsverarbeitung auf hierarchischen neuronalen Ebenen sowie möglicher endogener Bilderwelt, erhöhter Suggestibilität und Fantasietätigkeit die subjektiven Erinnerungsleistungen an ein Trauma massiv beeinflussen, verzerren oder blockieren.
Grundlagen dissoziativer Störungen der Selbst- und Umweltwahrnehmung Erwerb und Organisation des traumatischen Gedächtnisses erfolgen unter den Bedingungen eines autonomen Hyperarousal. Bei einer bedeutsamen Subgruppe von Personen wird während und nach einer Traumaexposition ein massiv gegensteuernder Prozess aktiviert, dem eine evolutionär verankerte Schutzwirkung zukommt und mit den Symptomen von Depersonalisation und Derealisation einhergeht Lanius Er betrifft wesentlich das Zusammenspiel von Emotionen, sensorischen Wahrnehmungen und Körpergefühlen.
Der biologische Mechanismus zielt angesichts einer Extrembedrohung auf eine Minimierung der durch das Trauma ausgelösten affektiven und physiologischen Erregung. Sierra und Berrios postulierten 2 parallel interagierende Mechanismen in zentralen Stationen der Emotionsverarbeitung, die zum Auftreten dieser Entfremdungsgefühle führen könnten. Grundlegend ist einerseits eine aktive Hemmung emotionaler Erregung durch den medialen präfrontalen Kortex, der in besonderer Weise an dem Monitoring und der Modulation von Emotionen beteiligt ist.
Übersteigt die Angst eine bestimmte Schwelle, hemmt diese Struktur die emotionale Prozessierung in der Amygdala, reduziert hierüber den sympathischen Output und verringert damit die emotionale Aufladung sensorischer Informationen. Eine linksseitige Lateralisierung dieses präfrontal-kortikalen Hemmvorgangs auf das emotionale limbische System wird als wahrscheinlich erachtet.
Eine indirekte Mithemmung des anterioren Zingulum mit seiner funktionalen Bedeutung für die emotionale Bewertung von Schmerzwahrnehmungen sowie für Aufmerksamkeitsprozesse wird ebenso gefolgert wie eine Hemmung der viszeralen Enterozeption. Initial hohe Affekterregung in Amygdala und ARAS aszendierendes retikuläres Aktivationssystem aktivieren andererseits speziell den rechten präfrontalen Kortex, der wiederum das anteriore Zingulum hemmt.
Eine unterdrückte Schmerzwahrnehmung zum einen, ein Zustand der erhöhten Vigilanz bei eingeschränkter fokussierter Aufmerksamkeit zum anderen sind Folgen dieser veränderten neuronalen Funktionalität Sierra ; Stein und Simeon Die unterschiedliche traumabezogene Erinnerungsmodalität unter den Bedingungen eines autonomen Hyperarousal vs.
Nach Lanius et al. Emotionale Übererregung, Hypervigilanz, Erlebenvon Traumaerinnerungen als emotionale und sensorische Fragmente. Dissoziation — Depersonalisation. Variable Herzrate erhöht — verringert — unverändert wenn erhöhte Herzrate, deutlich geringer als im Zustand eines Hyperarousal. Neurochemische und neuroendokrine Aspekte Eine Reihe von neurochemischen Veränderungen begleiten dissoziative Prozesse nach einer traumatischen Exposition.
Notgedrungen ergeben sich umfangreiche Überschneidungen mit Befunden aus der PTBS-Forschung Kap. Daten zu dysfunktionalen Neurotransmittersystemen bei der PTBS müssen hierbei auf den grundlegenden Reaktionszustand einer autonomen Übererregung einerseits, auf den einer betont dissoziativen Gegenregulation hin andererseits unterschieden werden. Einige Erkenntnisse können auch mit Methoden der experimentellen Neuropharmakologie gewonnen werden Tab.
Im Hinblick auf traumainduzierte Gedächtnisstörungen sind v. Nach Krystal et al. NMDA-Antagonisten z. Serotonerge Halluzinogene z. Noradrenalin steuert u. Das noradrenerge Locus-coeruleus-System zeigt sich bei extremem, prolongiertem, v. Eine Sensitivierung des posttraumatischen Reaktionssystems mit Hyperarousal wird gebahnt Southwick et al. Hierdurch wird einerseits eine Überkonsolidierung der Gedächtnisspuren in der Amygdala gefördert, andererseits eine adäquate Informationsverarbeitung durch Hippokampus und präfrontale kortikale Strukturen stark beeinträchtigt.
Dies ist auch in Wiedererinnerungsphasen bedeutungsvoll. So werden bevorzugt intrusive Erinnerungen in typischer Phänomenologie getriggert, gleichzeitig aber die Chancen zur Löschung dieser automatisierten Reaktionsmuster stark vermindert Roozendaal et al. Die grundlegende Rolle der exzitatorischen Aminosäure Glutamat in der Regulation von Bewusstsein und Lernen macht es verständlich, dass dem Glutamat in der Vermittlung posttraumatischer Reaktionen, speziell dissoziativer Prozesse, eine Sonderstellung zukommt Murray et al.
Wichtige Erkenntnisse hierzu stammen aus der experimentellen Pharmakologie: Yohimbin noradrenerg oder m-CPP serotonerg sind offenkundig nur über den Umweg einer Induktion von Panikaffekten imstande, dissoziative Zustände auszulösen. Der NMDA-Antagonist Ketamin führt über GABAerge Interneurone zu einer hyperglutamatergen Übererregung und kann direkt ein breites Spektrum von dissoziativen Symptomen triggern.
In Abhängigkeit von der applizierten Dosis kommt es perzeptiv zu Benommenheit, Einengung des Wahrnehmungsfeldes, Veränderungen in Lebhaftigkeit, Form und Kontext sensorischer Erfahrungen bis hin zu Störungen des Körperbildes. Kognitiv treten Lern- und Gedächtnisstörungen auf, höhere Denkleistungen werden nachhaltig irritiert bis hin zu einer Inkohärenz der formalen Denkabläufe, einem beeinträchtigten Einsichtsvermögen und der Überzeugung, das Identitätsgefühl verloren zu haben.
Die affektiven Veränderungen reichen von initialer Euphorie bis hin zu Angst und Panik Krystal et al. Dieses regionale Deaktivierungsmuster war einerseits stark mit dissoziativen Symptomen korreliert und ging andererseits mit einer Aktivierung im mittleren posterioren Zingulum, Thalamus und temporalen Kortex einher. Das endogene Opiatsystem ist bedeutsam an einer dissoziativen Gegenregulation gegenüber einem noradrenergen Hyperarousal beteiligt.
Eine über Opioide vermittelte psychomotorische Erstarrung, affektive Betäubung und Analgesie tragen zu einer Diskonnektion des Amygdala-Hippokampus-Komplexes von höheren kortikalen Steuerzentralen bei. Gleichzeitig werden Realitätskontrolle und aktive Copingstrategien beeinträchtigt Schmahl und Bohus ; Merenlender-Wagner et al. Stresshormon- HPA- System.
Das bei einer traumatischen Einwirkung regelhaft mitaktivierte Stresshormon- HPA- System beeinflusst die Funktionalität des Traumagedächtnisses ebenfalls grundlegend. Wiederum müssen typische Befunde von PTBS und Dissoziation sehr wahrscheinlich kontrastiert werden. Kurze traumatische Stressepisoden mit Anstieg von Kortisol scheinen die Gedächtniskonsolidierung zu verstärken, wobei ähnlich dem Noradrenalinwirkprofil eine Abhängigkeit von der Konzentrationshöhe im Sinne einer umgekehrten U-Kurve besteht.
Kortisol scheint neben einer initialen Förderung der Gedächtniskonsolidierung zusätzlich aber auch eine sog. Retrieval-Störung zu bewirken, d. Gedächtnisinhalte sind unter akuter Kortisoleinwirkung für eine Weile schlechter abrufbar de Quervain et al. Werden in klinischen Untersuchungen nach schweren Traumata dissoziative Symptome und typische PTBS-Symptome erfasst, dann scheint Dissoziation positiv mit der Höhe des verfügbaren Kortisol korreliert zu sein Delahanty ; Ginzburg et al.
Bewertung der Prozesse. Die hier nur skizzierten neurobiologischen Prozesse der traumatischen Gedächtnisbildung und traumabezogenen Wiedererinnerung beleuchten einige klinisch relevante Aspekte. Dissoziative Mechanismen können sowohl die Speicherung von traumatischen Erlebnissen als auch den Modus ihrer Wiedererinnerung bzw. Wiedererinnerbarkeit verändern.
Als dissoziativ muss gewertet werden, wenn im Zustand eines autonomen Hyperarousal systemisch normalerweise funktionell interagierende neuroanatomische Zentren desintegrieren, wie auch, wenn eine Gegenregulation die unkontrollierte limbische Affektgenerierung zu hemmen versucht. Letztere dissoziative Prozesse beziehen sich vorrangig auf die klinischen Phänomene von Depersonalisation und Derealisation.
Zumindest bei komplexen Traumatisierungen spricht viel dafür, dass bedeutsame Details der realen Traumaszene entweder überhaupt nicht gespeichert werden, oder aber stark verzerrt sein können. Selbst prägnante Erinnerungseindrücke in Flashbacks oder Albträumen belegen nicht unbedingt die historische Objektivität der dargestellten traumatischen Realität, auch wenn sie eindringlich darauf verweisen.
Im weiteren Verlauf ist zu bedenken, dass eine starke visuelle Gestaltung von intrusiven Wiedererinnerungen ohne eine verbal strukturierte Gegenkontrolle auch eine höhere Suggestibilität und damit auch eine stärkere Anfälligkeit gegenüber verzerrten oder gar falschen Erinnerungsleistungen implizieren kann Bremner et al. Die besonderen neurobiologischen Rahmenbedingungen bei Speicherung und Wiederabruf von Traumaerinnerungen machen das häufige klinische Dilemma von dissoziativer Amnesie, detailbezogener Hypermnesie, Erinnerungsverzerrung und möglicher falscher Erinnerung verständlicher.
Grundlagen der dissoziativen Störung des Identitätsgefühls Van der Kolk et al. Bei dieser komplexen dissoziativen Störung erscheinen Persönlichkeitsstrukturen zur Bewältigung der Alltagsanforderungen einerseits, zum defensiven Coping mit traumatischen Erinnerungen andererseits als prinzipiell getrennt. Van der Hart et al.
Grundlegend auf einer Ebene der primären strukturellen Dissoziation ist zunächst die Unterscheidung zwischen 2 distinkten Persönlichkeitsanteilen. Ein anderer Persönlichkeitsanteil beinhaltet die emotionale und kognitive Erfahrung des Traumas und ist meist in Handlungstendenzen fixiert, die während der Traumaexposition aktiviert worden sind. In Anlehnung an eine Begriffswahl von C.
Und auf einer Ebene der tertiären strukturellen Dissoziation kann auch diese ANP ihrerseits in diverse Persönlichkeitskompartmente desintegrieren, um aus defensiven Gründen bestimmte Alltagsrollen überhaupt noch ausüben zu können Abb. Zwei klinisch relevante Aspekte sind an diesem Modell hervorzuheben.
Dissoziation und Trauma – Die Abspaltung von mir selbst: Traumaheilung
Zwischen den dissoziierten Persönlichkeitsanteilen können partielle oder vollständige amnestische Barrieren bestehen. Es kann aber in dissoziativen Symptombildungen zu einem Eindringen von Erlebens- und Verhaltensaspekten aus einem Persönlichkeitskompartment in ein jeweils anderes kommen, wenn z.
ANP traumatische Erinnerungsintrusionen aus EP erlebt. Zum anderen liegt den strukturellen Dissoziationen im Falle von EP ein selektiver Rückgriff auf evolutionär verankerte psychobiologische Reaktionssysteme, im Falle von ANP eine selektive soziokonstruktive Auswahl von Alltagsrollen zugrunde. Die Autoren korrelieren die Modellebene der primären strukturellen Dissoziation mit den klinischen Zuständen der akuten und der posttraumatischen Belastungsstörung , jene der sekundären strukturellen Dissoziation mit der komplexen Kap.
Traumafolgestörungen und jene der tertiären strukturellen Dissoziation mit der dissoziativen Identitätsstörung. Während die Ebene der primären strukturellen Dissoziation mehrheitlich auf Realtraumatisierungen im Erwachsenenleben anzuwenden ist, implizieren die Ebenen der sekundären und tertiären strukturellen Dissoziation wesentlich auch entwicklungspsychopathologisch zu konzipierende chronische Traumatisierungen der frühen Lebensgeschichte.
Spezielle dissoziative Störungen Dissoziative Amnesie Definition und Konzept Eine dissoziative Amnesie oder sog. Typischerweise ist die Amnesie retrograd, bezieht sich also auf eine Episode oder einen Zeitraum vor einem definierten Ereignis, das meist unangenehmer, belastender oder traumatischer Natur ist. Benzodiazepine erfolgen. Die Amnesie ist in der Regel reversibel. Eine dissoziative Amnesie kann in seltenen Fällen mit einer dissoziativen Fugue einhergehen oder aber häufiges integrales Symptom einer dissoziativen Identitätsstörung sein, wird dann aber diagnostisch nicht als eigene Störung geführt.
Epidemiologie Nach Ross et al. In der Studie von Johnson et al. Von 53 überlebenden schwedischen Opfern der Estonia-Katastrophe zeigten 29 Symptome einer dissoziativen Amnesie Eriksson und Lundin Andererseits sollte Skepsis gegenüber einem unilinearen Zusammenhang von dissoziativer Amnesie und Trauma angemeldet werden, wenn keine detaillierte Exploration der erinnerbaren Umstände eines Traumas erfolgt ist Pope et al.
Es bestehen keine signifikanten Geschlechtsunterschiede. Der Häufigkeitsgipfel wird in der Literatur zwischen dem Lebensjahr angegeben, wobei Fälle auch für Personen im höheren Lebensalter sowie im Kindesalter beschrieben worden sind Staniloiu und Markowitsch In diesem Zusammenhang sind die Untersuchungen von Terr an 20 Kindern mit juristisch dokumentierten Extremtraumatisierungen vor dem 5.
Lebensjahr von klinischem und auch wissenschaftlichem Interesse. Praktisch alle Kinder v. Bei einem Einmaltrauma war diese verbale Erinnerungsfähigkeit in der Regel nicht wesentlich beeinträchtigt. Werden diese frühen traumatischen Erfahrungen wieder bewusst, so erfolgt dies häufig sensorisch und perzeptiv van der Kolk und Fisler ; Williams , Gerade bei diesen Wiedererinnerungen sind aber mögliche Suggestiveffekte in der aktuellen verbalen Besprechung zu bedenken.
Festzuhalten ist zunächst bei klinischen Inanspruchnahmepopulationen die praktisch in allen systematischen Studien und Übersichten wiederkehrende hohe, z. Der Einfluss von Traumaerfahrungen auf das Gedächtnissystem mit den unterschiedlichen mnestischen Funktionen kann daher berechtigt in den Mittelpunkt kausaler Betrachtungen gerückt werden. Es ist von Bedeutung, dass eine traumatisch bedingte mnestische Störung im obigen Sinne nicht selten von wiederkehrenden intrusiven Gedanken, Bildern, Träumen und Emotionen begleitet wird, die einen Bezug zur ursprünglichen traumatischen Episode aufweisen Horowitz Auch können Patienten mit einer dissoziativen Amnesie mit heftigen Affekten auf dargebotene, scheinbar neutrale Stimuli regieren, ohne die emotionale Bedeutung bewusst zu verstehen oder sie explizit in den Kontext des früheren Traumas stellen zu können Loewenstein In Fällen einer klinisch-phänomenologisch und neuropsychologisch objektivierten dissoziativen Amnesie scheint vorrangig das episodisch-autobiografische Gedächtnis betroffen zu sein, das Erinnerungen an autobiografische Erlebnisse in einer zeitlich-räumlichen Organisation mit speziellem Bezug zum Selbst als Akteur oder Beobachter beinhaltet Markowitsch Während es einer Person mit dissoziativer Amnesie nicht gelingt, intentional ein definiertes Ereignis verbal zu erinnern, mag ihr aktuelles Handeln implizit sehr wohl einen Bezug zu jener früheren Episode aufzeigen.
Es müssen hierbei keine begleitenden Defizite im semantisch-prozeduralen Gedächtnis vorliegen Kihlstrom und Schacter , das aber mitbetroffen sein kann van der Hart und Nijenhuis Die Autoren betonten einen vielschichtigen Bedingungskontext von eingreifenden Traumatisierungen, lang anhaltenden psychosozialen Problemen, bedeutsamen depressiven und Angstsymptomen, gelegentlich auch nach banalen Schädel-Hirn-Traumata.
Komplexe neurobiologische, funktionelle wie strukturelle Veränderungen sind bei dissoziativen Gedächtnisstörungen zu beachten Abschn. Einen herausragenden Beitrag leistete die Studie von Brand et al. In einer subtilen neuropsychologischen Analyse stellte sich der Verlust zentraler autobiografischer Gedächtnisinhalte dar. Bei ca.
In einem FDG-PET zeichnete sich für die Patientengruppe im Vergleich zu 19 gesunden Probanden unter Ruhebedingungen eine signifikant verringerte Glukoseutilisation im rechten inferolateralen präfrontalen Kortex dar. Ähnliche Befunde wurden auch in Einzelfallstudien an Patienten mit dissoziativer Amnesie gefunden Fujiwara et al. Zwei einander ergänzende traumabezogene Modelle zur neurobiologischen Erklärung einer dissoziativen Amnesie liegen vor: Kopelman postulierte, dass unter psychologischem Stress das frontale Exekutivsystem in Mitleidenschaft gezogen werde und insbesondere die Wiederabrufleistung, den Retrieval-Prozess aus dem autobiografischen Gedächtnis beeinträchtigen könne.
Dissoziation und Trauma – Die Abspaltung von mir selbst
In der Tat wiesen jene Patienten einen höheren Schweregrad an retrograder dissoziativer Amnesie auf, die auch in standardisierten Tests zu Exekutivfunktionen erniedrigte Werte im Vergleich zu jenen mit normalen Scores aufwiesen Fujiwara et al. Ein neuroendokrin vertieftes Erklärungsmodell fokussierte wiederum auf einen unter traumatischem Stress durch Kortisolanstieg ausgelösten Gedächtnisblock, der vorrangig in rechtshemispheralen frontotemporalen Regionen nachgewiesen werden könne, nicht nur engere Aspekte des autobiografischen Gedächtnisses erfasse, sondern auch andere Persönlichkeitsdimensionen wie Theory of Mind, autonoetisches Bewusstsein und Affektivität beeinträchtige Markowitsch und Staniloiu In einer integrativen Beurteilung der vorliegenden Befunde wurde klar gestellt, dass organische und psychologische Faktoren auf dieselben neurobiologischen Gedächtnissysteme einwirkten.
Fälle von dissoziativer Amnesie werden häufig nach leichten Schädel-Hirn-Traumata beobachtet. Mit den skizzierten Modellen gut konkordant beeinträchtigen diese diskreten Defizite offenkundig die exekutive Leistungskapazität und tragen so zu einem leichteren Auftreten von dissoziativ-amnestischen Symptomen bei Lipton et al. Kritische experimentalpsychologische Bewertung der traumatologischen Perspektive.
Experimentalpsychologische Untersuchungen belegen, dass eine Exposition gegenüber aversiven und potenziell traumatisierenden Ereignissen zu einer vorrangigen Aufmerksamkeitsfokussierung auf zentrale Inhaltsaspekte führt, aber häufig zu Lasten der peripheren und kontextuellen Aspekte einer Situation geht, die später nur schwer oder überhaupt nicht explizit erinnert werden können Loftus Befunde der modernen Gedächtnisforschung begründen eine skeptische Haltung gegenüber einer überzogenen und v.
Symptomatologie Bereits Janet unterschied mehrere Typen einer dissoziativen Amnesie, die auch für eine moderne klinische Sicht noch gültig sind: Umschriebene Amnesie : Unfähigkeit, sich an Ereignisse in einem definierten Zeitabschnitt zu erinnern;. Sie helfen dabei, die Kopierwahrscheinlichkeit einzelner Texte zur Vergütung von gesetzlichen Ansprüchen von Autoren und Verlagen zu ermitteln.
Er wird zum Speichern und Zählen der Seitenaufrufe eingesetzt. Er ermöglicht, mittels einer zufällig generierten Zahl, anonyme Nutzer zu unterscheiden. Er wird verwendet, um Seitenaufrufe anonym zu zählen und zu tracken. Mit seiner Hilfe wird das Nutzerverhalten auf der Website anonym analysiert. YouTube notwendig.
Im Portal haben wir drei YouTube-Videos über den Dorsch verlinkt.