Psychologie der niederlage ernst bloch
Die Hoffnung, die Bloch mit dem Als diese Erwartung sich zerschlug - in Ungarn, Polen, der DDR und der UdSSR selbst -, als der sowjetische Sozialismus die Berliner Mauer brauchte, um sein Bestehen zu sichern, da kehrte Ernst Bloch nicht mehr heim in den Osten. Doch leuchtet das mit solchem Grenzbegriff Intendierte in den alltäglichen Sozialismus genau herein, wenn!!!
Eine der Kenntlichkeiten dieses Ziels Mitten in den Wirren eines sich erschöpfenden Krieges, konfrontiert mit der Verwandlung der russischen Revolution, wie sie im Februar eingesetzt hatte, in ein neues System der Hörigkeit - die Bolschewiki hatten die Verfassunggebende Versammlung gerade auseinander gejagt und einen Bürgerkrieg damit auch ihrerseits unvermeidlich gemacht -, mit skeptischem Blick die linken Kräfte in Deutschland beobachtend, schrieb Ernst Bloch im Februar "Jedes Volk Und die Umwälzungen des Jahres waren dann tatsächlich "nachholende Revolutionen" Jürgen Habermas.
Der Versuch der staatlich organisierten "Lösung der sozialen Frage" und der Kampf um Menschen- als Freiheitsrechte wären dann im Jahrhundert, sieht man ab von den wichtigen Erfahrungen mit einer Politik der sozialen Demokratie 66 , weitgehend verschiedene Wege gegangen. Mit seinem Werk "Naturrecht und menschliche Würde" hat Bloch in der amerikanischen Emigration eine Geschichte emanzipatorischen Denkens geschrieben, die meines Erachtens von zentraler Bedeutung für jede Erneuerung des Sozialismus als Bewegung wie als geistige Strömung ist.
Nicht ohne Grund, aber zu Unrecht ist sie gegenüber seinem Rückblick auf die Utopien fast vergessen. Naturrecht und Utopien bilden für ihn die beiden wichtigsten Stränge emanzipativen Denkens. Die von Bloch erhoffte Verbindung aber von Überwindung von Kapitalismus, von Profitdominanz über die Gesellschaft, einerseits und von Primat der Menschenrechte andererseits steht auch heute noch aus.
Diese Verbindung historisch zu verwirklichen, könnte als Kern eines Sozialismus bezeichnet werden, der die sozialutopische wie die naturrechtliche Tradition in sich aufgenommen hat, der Freiheit wie Gleichheit verpflichtet ist. Sie verlangt es, sich der inneren Widersprüchlichkeit dieses doppelten Erbes zu stellen, das keinesfalls zufällig fast immer getrennt marschierte und deren Vertreter sich oftmals wechselseitig blutige Köpfe schlugen.
Dies liegt in der Natur der beiden Denktraditionen selbst begründet. Allzu oft kam Gleichheit als Projekt unterdrückender Gleichmachung im Namen des Citoyen, des staatsbürgerlichen Gemeininteresses daher. Und noch öfter trug die Freiheit die Handschrift des Bourgeois, des privaten Monopols an menschlichen Existenzbedingungen, und wurde so zum Projekt privilegierter Entwicklung der Wenigen auf Kosten der Vielen.
Einen Ansatz für die uneingelöste Verbindung des Erbes von Sozialutopie und Naturrecht formulierte Bloch, als er schrieb: "Was aber Glück und Würde angeht Item: mehr als je ist es an der Zeit, auch die Unterschiede in den sozialutopischen und den naturrechtlichen Intentionsfeldern funktionell endlich verbunden zu sehen und praktisch aufgehoben.
Blochs eigener Versuch der Verbindung beider Traditionslinien emanzipativen Denkens verblieb - und dies soll im weiteren kritisch befragt werden - in der bekannten Formel, die auf Rosa Luxemburg zurückgeht: "Keine Demokratie ohne Sozialismus, kein Sozialismus ohne Demokratie, das ist die Formel einer Wechselwirkung, die über die Zukunft entscheidet.
Die Frage ist nur, ob sie wirklich nach , , noch Bestand haben sollte. In einem solchen Verständnis des Verhältnisses von Bourgeois und Citoyen erscheint der Bourgeois als progressive Durchgangsform im Kampf gegen den Feudalismus 73 , wird als eine soziale Formbestimmtheit der einzelnen begriffen, die über den Feudalismus hinaus jeder solidarischen Emanzipation im Wege stehe.
Das Privateigentum sei in das Staatseigentum zu überführen. Der Wille der einzelnen müsse dem Gesamtwillen untergeordnet werden, um - so die Hoffnung oder Drohung - letztlich mit diesem zusammenzufallen. Sozialisierung beginnt als Entindividualisierung, versteht sich als Verwandlung der einzelnen in Repräsentanten des Allgemeinen. Das Einfallstor für die totale Subsumtion des einzelnen unter das Ganze, die Klasse, die Partei, den Staat, die "Sache" wurde weit geöffnet.
Der von der Französischen Revolution geerbte Kult des Citoyen und seine Verwandlung in einen Kult des "Parteisoldaten" und die damit ermöglichte Legitimation der Negation von Einzelinteressen als Interessen des Bourgeois und damit auch des Terrors gegen alle, die vom postulierten Allgemeininteresse "abweichendes Verhalten" zeigen könnten, ist jene Bresche, in die der Stalinismus einfallen konnte, um den humanen Anspruch des Marxismus auszuhebeln.
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Es ist aber eine Bresche, die der Marxismus selbst weit geöffnet hatte. Sie stellt Marxens Vision von einer Assoziation, "in der die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung der freien Entwicklung aller" ist, auf den obrigkeitlichen Kopf. Was aber, wenn Bourgeois und Citoyen nicht zwei Subjektformen sind, von denen nur die eine es wert ist, in der Aufhebung bewahrt zu werden?!
Der Bourgeois wäre dann ähnlich mit Schritten von Emanzipation und neuen Formen von Unterdrückung verbunden wie der Citoyen. Nicht zufällig entstehen im Hat damit nicht der Citoyen gesprochen und zugleich die Legitimation für neue Herrschaft geliefert?! Und bilden sich nicht zeitgleich die Bedingungen der Freiheit der Bürger in der Wirtschaft, der Religion, des privaten Lebens heraus, wie es sie vorher nicht gegeben hat, Bedingungen, die mit der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals und neuer Ausbeutung keinesfalls unvermutet Hand in Hand gingen?!
Und gingen damals private Erwerbswelt und Patriarchat nicht eine neuartige Verbindung von Emanzipation und Unterdrückung ein? Solche Überlegungen führen zu der Frage, was überhaupt Emanzipation ist. Dann wäre die ganze bisherige Zivilisationsgeschichte nichts als die Abkehr vom Goldenen Zeitalter des Gemeineigentums gewesen. Dann hätten alle Kämpfe sozialer Bewegungen nur Rückschritte in den Eigentumsverhältnissen nach sich gezogen.
Immer höhere Potentiale der Freiheit durch die Entwicklung der Produktivkräfte wären in immer schärfere Formen von Ausbeutung und Unterdrückung eingebunden gewesen. Dann würde die gewaltsame Durchsetzung von neuer Gemeinschaft auf der Grundlage von Staatseigentum Fortschritt von Emanzipation bedeuten. Oder ist Emanzipation entsprechend den liberalistisch verengten Traditionen des Naturrechts identisch mit der Verwandlung der Individuen in freie Subjekte ihres eigenen Handelns - unabhängig von den ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedingungen desselben?
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Der entfesselte Kapitalismus wäre dann das wirkliche Reich der Freiheit. Und die weltweite gewaltsame Durchsetzung dieses Kapitalismus wäre dann tatsächlich ein Kampf für die Freiheit. Zum anderen werden alle materiellen und kulturellen Produktions- und Lebensbedingungen in Bedingungen freier Entwicklung jeder und jedes einzelnen umgeformt.
Emanzipation bedarf der institutionellen Vermittlung vor allem auch durch das Recht und den freien Zugang zu den sozialen Grundgütern einer Gesellschaft. Das Projekt der Emanzipation ist, wenn es denn ein solches ist, weder ein primär staatliches, noch ein primär marktwirtschaftliches, sondern tatsächlich vor allem ein zivilgesellschaftliches Projekt, ein Projekt der Bürgerinnen und Bürger.
Es ist deshalb aber auch weder ein antistaatliches, noch ein marktfeindliches Projekt, sondern bedient sich aller historisch gewordenen Vergesellschaftungsformen, die ein emanzipatives Potenzial haben. Und es ordnet diese Vergesellschaftungsformen vor allem der Emanzipation des "Untens" der Gesellschaft, national wie global, unter, oder es wäre nur ein elitärer Schein, hinter dem sich Ausbeutung und Unterdrückung verbergen.
Als das Erbe des "bourgeois" ausgeschlagen wurde zugunsten des "citoyen", wurde zugleich der Weg geebnet, die wirklichen Arbeiter, die realen Proletarier, wie schon zitiert, als "Nichts" zu verstehen, die "Alles" werden können. Sie sind in dieser Sichtweise "Nichts" in ihrer Existenz als Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen, als Individuen, die sich und ihre Kinder mittels der Erwerbsarbeit am Leben halten, eine zumeist eher kleinbürgerliche Existenz aufzubauen suchen, Angst haben, nach unten zu stürzen und Sicherheit für ihre Kinder in Bildung und Ausbildung suchen.
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Sie seien "Alles" nur, wenn sie sich als Klassenindividuen revolutionär organisieren, die bolschewistische Parteiform als höchste Weise solcher Organisation. Die Fortschritte an Freiheit, die die Proletarier sich im Vergleich zu Leibeigenen erkämpften, keinesfalls ein Geschenk von Bourgeois und bürgerlichem Citoyen, ihre politischen und sozialen Rechte, die sie im Kapitalismus erstritten haben und die eine Bedingung für dessen Lebensfähigkeit wie für jede darüber hinaus reichende Emanzipation sind, konnten bei solcher Sichtweise und gegen Ernst Blochs Intentionen marxistisch-leninistisch klein geredet werden.
Aber auch der Kampf um bessere Lebensbedingungen und soziale Gestaltung der Reproduktionsbedingungen der Gesellschaft Regulation der Arbeitszeit, Arbeitsrecht, Sozialstaat usw. Diese Auffassung war die Grundlage einer avantgardistischen Verachtung der wirklichen Arbeiter im Namen ihrer Klasse. Sie bereitete der Unterdrückung dieser Arbeiter durch eine Partokratie den Boden.
Wenn die obige These vom Doppelcharakter der Emanzipation richtig ist, dann reflektiert die Doppelgeschichte von sozialutopischem und natur- bzw. Unternehmertum verstanden mit Schumpeter als Fähigkeit zur innovativen Kombination von Ressourcen ist dann kein Hemmnis der Emanzipation, sondern ihr unverzichtbarer Teil.
Im Zentrum steht die Fähigkeit, frei und selbstbestimmt sein Leben gestalten zu können und sich nicht in sachlicher Abhängigkeit der eigenen Vermarktung und Vermachtung unterordnen zu müssen. Nur derart hat ihr Wozu Spielraum, auf dem Weg in den Inhalt der Freiheit: das unentfremdete Humanum. Der Bourgeois würde sich dann in ein freies Individuum, der Citoyen in den solidarischen Bürger wandeln.
Die Güter, die Menschen brauchen, um selbstbestimmt in Würde zu leben, müssen aus der Kontrolle der Kapitaleigentümer und der staatlichen Bürokratien in die freie Zugänglichkeit durch jede und jeden übergehen. Aus den Gütern der Abhängigkeit müssen Freiheitsgüter werden. Für Bloch bedeutete dies die Verwandlung des Rechts auf freien Erwerb in die "Freiheit vom Erwerb" 78 , Freiheit von einer Erwerbsgesellschaft, in der die Bedingungen des Erwerbs durch andere kontrolliert werden.
Wie dies nachhaltig geschehen kann, ist auch heute noch unbeantwortet. Alle zivilen Rechte lassen sich daher auf das Recht auf Freiheit, Eigentum und Vertragsfähigkeit zurückführen. In der ein Jahr vor dem zitierten Entwurf zum Code civil verabschiedeten, aber niemals in Kraft getretenen Verfassung der Jakobiner vom Juni erklärten die "Citoyen" der französischen Revolution für das Volk: Dieses mache "folgende Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers bekannt: Artikel 1.
Der Zweck der Gesellschaft ist die allgemeine Wohlfahrt. Die Regierung ist eingesetzt, um dem Menschen den Gebrauch seiner natürlichen und unverjährbaren Rechte zu verbürgen. Diese Rechte sind Gleichheit, Freiheit, Sicherheit, Eigentum. Wo jene immer fröhlich rufen kann: «Wir haben es schon immer gewusst», muss diese immer zerknirscht zugestehen: «Wir hätten es besser wissen können.
Der Wert eines solchen Buchs dürfte daher vor allem in der Sicherung eines einmal erreichten Niveaus liegen. Denn muss man nicht oft mit der Zeit hinnehmen, dass ein mühsam aufgebautes differenziertes Denken banalisiert wird? Bei allem Bemühen um wissenschaftliche Bescheidenheit wird beim «Bloch-Wörterbuch» mit dem Untertitel «Leitbegriffe der Philosophie Ernst Blochs» der allgemeine Anspruch der HerausgeberInnen im Vorwort deutlich: «Ausgewählt wurden Lemmata [Schlagworte], welche in besonderer Weise die Handschrift Blochs tragen und für das Verständnis seines genuin philosophischen Profils von besonderer Bedeutung sind.
Doch auch wenn eine spätere Epoche solche Kanonisierungen hoffentlich zugunsten von weiter gehenden Erkenntnissen wieder verwerfen wird — tun kann sie das nur, insofern überhaupt Werke mit Gültigkeitsanspruch existieren: Eine Kultur, die ihre Bestände nicht inventarisiert, wird weder schleichende Verfallsprozesse noch sprunghafte Veränderungen bewerten können.
Dies gilt ebenso für das «Historisch-Kritische Wörterbuch des Marxismus», dieses gigantische kollektive Unternehmen, das untrennbar mit Wolfgang Fritz Haug und Frigga Haug verbunden ist. Nicht zufällig ist Wolf Haug im «Bloch-Wörterbuch» Autor des zentralen Artikels zum Marxismusbegriff. Haug erweist sich darin als emphatischer Interpret von Blochs eigenwilliger Sprache.
Er attestiert Bloch, den Marxismus von jeder Phrasenhaftigkeit befreit zu haben — und verweist auf die Kritik an vulgärmarxistischen Verkürzungen mit einem Zitat zur geistigen Niederlage der Linken gegen den Faschismus in den dreissiger Jahren: «Die Revolution greift nicht nur in den Verstand, sondern ebenso in die Phantasie, die sozialistisch so lange unterernährt worden war.
Mitherausgeber des Wörterbuchs ist Beat Dietschy, der letzte persönliche Mitarbeiter von Ernst Bloch. Dietschy ist heute Geschäftsführer von «Brot für alle». Von der Hilfswissenschaft der Geschichte zur Anthropologie der Kultur: Max Horkheimer 25 S. Welcher affektive Kitt hält die Gesellschaft trotz verheerender Krisen zusammen? Ein kollektiver Narzissmus?
In den Forschungen über Antisemitismus gehe es jedoch um die unbewussten Antriebe, auch wenn diese in gesellschaftlicher Ungerechtigkeit zu suchen seien. Exkurs 3 : Politische Pädagogik. Adorno und Martha Nussbaum im Vergleich. Auch Nussbaum betont die Bedeutung von Empathie und deren Wuzeln in der frühen Kindheit. Beschämende Erfahrungen, die Feindseligkeit hervorrufen, würden auf out-groups projiziert und verschoben.
Schiller setzt positiv auf Faktoren, die Widerstand ermöglichen und nicht nur der familiären, sondern auch der gesellschaftlichen Dynamik von Vorurteilen und Exklusion Rechnung tragen. Exkurs 4 : Das Individuum bei Freud und die Macht der Kollektive. Schiller beschäftigt sich ausdrücklich mit Freud und nicht mit der Psychoanalyse.
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Freud habe eine positive Rolle im Prozess der modernen Individualisierung gespielt. Aufgrund des Hegemonieanspruchs der Psychologie gegenüber der Ethik und Gesellschaftstheorie seien jedoch Widersprüche unvermeidbar. Durch Induktion sollten darüber hinaus theoretisch allgemeingültige Mechanismen aufgezeigt werden, obgleich andererseits der Träumer durch seine individuellen Einfälle — und nicht durch die Sprache der Symbole — Zugang zu den unbewussten Konflikten und deren Lösung finde.
Es sei aber die Gesellschaft, die den Gegensatz von Lust- und Realitätsprinzip über die familiäre Sozialisation an das Individuum weitergebe. Demnach sei nur das vorkulturelle Individuum wirklich frei; doch fehlten ihm — wie Freud s Urvater — Selbsterkenntnis, innere Differenziertheit, Bezogenheit und seinen Unterworfenen ein reflektiertes Selbstbewusstsein.
Passt das familiäre Muster von Abhängigkeit und Identifizierung auf das Verhältnis von Massen und Führer? Gibt es eine phylogenetische, archaische psychologische Erbschaft, Disposition und Erinnerungsspur? Sind Phantasien, Kastrationsangst z. Die Epigenetik Forschungen über das An- und Ausschalten von Genen kennt Umwelteinflüsse, aber sind diese vererblich?
Und beeinflussen sie den Phänotyp, aber nicht den Genotyp? Für Freud ist der eigentümliche Volkscharakter des jüdischen Volkes eine Tatsache aufgrund des Bewusstseins der monotheistischen Auserwähltheit und dem daran geknüpften Überlegenheitsgefühl. Er ging allerdings davon aus, dass nicht Gott, sondern der Fremdling Moses die Hebräer auswählte, um seiner monotheistischen Religion Anhänger zu verschaffen.
Nach Horkheimer bestehe die Eigenart einer ethnischen oder religiösen Gruppe in der unbewussten Übermittlung von Gesten, Gefühlen und Affekten. Die Rassenideologie sei im Jahrhundert unter Intellektuellen weit verbreitet gewesen, ohne, wie bei Kant z. Schiller kritisiert die Stellungnahmen von Freud zu Rechts- und Ethikfragen und dass er als Kern des Rechts die Gewalt annehme.
Freud-Kritik auf dem Boden der Triebtheorie: Die Möglichkeit einer Kultur ohne Repression bei Herbert Marcuse 47 S. Sein auf Widersprüche orientiertes dialektisches Denken sei erst relativ spät auf sozialpsychologische Fragen ausgerichtet gewesen. An der industriellen Steigerung der Destruktionsmittel und der technologischen Aggression bestehe kein Zweifel, diese könnten jedoch primär aggressive Impulse nicht befriedigen; deshalb bleibe die Gefahr einer Eskalation und Wiederholung.
Marcuse geht von der Annahme zweier Grundtriebe: Eros und Thanatos, Lebens- und Todestrieb, aus: Werden die Lebenstriebe gehemmt Destruktion des Lustprinzips , wird die Destruktivität intensiviert. Es ging ihm nicht um die psychologische Erklärung politischer Vorgänge, sondern um das Politische in der Psyche.
Auch wenn man Mächte bekämpft, werde man bei Erfolg von Schuldgefühl — Ersetzung einer Herrschaft durch eine andere — heimgesucht Beispiel die französischen Revolution. Die Geschichte der Menschheit zeige in der Herstellung von Werkzeugen, dass das Realitätsprinzip neben dem Lustprinzip von Anfang an bestand und darüber hinaus auch der intersubjektive Gebrauch der Sprache.
Sinnvoll sei hingegen soziologisch die Unterscheidung zwischen Unterdrückung der Triebe Triebmodifizierung und Leistungsprinzip als Realitätsprinzip der modernen kapitalistischen Gesellschaft. Kann es eine Versöhnung zwischen Lust- und Realitätsprinzip geben, z. Ist das ein Hinweis auf einen libidinösen Ursprung der Kultur und verträgt sich das mit der Urvaterhypothese und die Folgen: Das brüderliche Schuldgefühl?
Bibliographie Burghart Schmidt Pages Anhang: Ernst Blochs Wirkung International Burghart Schmidt Pages Back Matter Pages Back to top. Keywords Albert Bloch Philosophie Politische Philosophie. Metzler Stuttgart eBook Packages : J. Metzler Humanities German Language Copyright Information : Springer-Verlag Berlin Heidelberg Softcover ISBN : Published: 01 November eBook ISBN : Published: 13 December Series ISSN : Series E-ISSN : Edition Number : 1 Number of Pages : VII, Topics : Political Philosophy.
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