Magersucht referat psychologie

Wie schon erwähnt, gibt es junge Menschen, die ohne Zweifel an einer Essstörung leiden, die aber bei genauer Anwendung der Diagnosekriterien nicht in eine der definierten Essstörungen einzuordnen sind. Länger anhaltende Essstörungen führen unweigerlich zu körperlichen Reaktionen, Begleiterscheinungen oder Komplikationen. Medizinische Komplikationen können in drei Bereiche eingeteilt werden, nämlich als Folge der Mangel- und Unterernährung, als Folge des Erbrechen und als Folge eines Missbrauchs von abführenden und entwässernden Medikamenten.

Die vegetativen Störungen bei der Anorexie sind gegenüber normalgewichtiger Bulimie vielfältiger. Die andauernde Unterernährung veranlasst den Organismus sich der Situation der unzureichenden Energiezufuhr anzupassen. Die Patienten haben häufig kein richtiges Kälte- und Wärmeempfinden und können dann auch keine konstante Körpertemperatur mehr aufrechterhalten.

Die Störungen sind in bestimmten Bereichen deutlich messbar. So ist zum Beispiel eine Bradypnoe zu erkennen. Auch die Kreislauffunktionen sind gestört, indem der Blutdruck sinkt Hypotonie und sich der Herzschlag verlangsamt. Bedrohlich sind Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder im Herzbeutel. Die häufig bereits eingetretene Regelblutung setzt wieder aus Amenorrhoe und wird nicht selten als peinlich, beschmutzend und ekelerregend empfunden.

Bei Anstrengungen, die die Patienten suchen, besteht die Gefahr eines hypoglykämischen Schocks, da der Blutzuckerspiegel generell sehr niedrig ist. Magersüchtige haben eine trockene Haut, die zum Teil verhärtet beziehungsweise verhornt ist Hyperkeratose. Es entwickelt sich eine eigenartige Behaarung, die sogenannte Lanugo-Behaarung. In den vergangenen zwanzig Jahren sind zunehmend rhythmische chronobiologische Aspekte im Rahmen der Hormondrüsenfunktion entdeckt worden, die den Zerfall der rhythmischen Funktionen noch offensichtlicher machen.

Unter anderem zählt dazu eine Erhöhung des Cortisol-Spiegels, eines in der Nebennierenrinde gebildeten Hormons, das viele verschiedene Wirkungen im Körper hat. Bei der Bulimie verursacht häufiges Erbrechen auch eine Reihe von Begleit- erscheinungen; vor allem ist die Dehydrierung, also der Verlust an Flüssigkeit sehr bedenklich, wodurch Störungen im Elektrolythaushalt mit hohem Verlust an Kalium und Natrium hervorgerufen werden und somit die Herz- und Nierenfunktion stark beeinträchtigen.

Durch den Säuregehalt des Mageninhaltes werden Schäden an den Zähnen verursacht Parodontose und Karies , ebenso, wie an der Schleimhaut der Speiseröhre und zum Teil auch an den Fingern, die bei der Bulimie meist trommelschlegelförmig werden. Oft treten auch Schwellungen oder Entzündungen der Ohrspeicheldrüsen auf. Bei Bulimie - selten bei Anorexie - kommt es zu einer Störung der Magenentleerung und einer Verzögerung der Darmpassage, wodurch Völlegefühl und Obstipation Verstopfung entstehen können.

Wegen vermehrter Sekretion der Speichel- und Bauchspeicheldrüsen wird die Gefahr einer Parotitis oder Pankreatitis Entzündung der Ohr- bzw. Bauchspeicheldrüse erhöht. Im Zusammenhang mit dem Missbrauch von abführenden und entwässernden Medikamenten erscheinen ähnliche Symptome, wie bei häufigem Erbrechen, nämlich Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Der exzessive Missbrauch von Laxantien Abführmitteln beeinträchtigt zusätzlich die Darmbeweglichkeit nachhaltig. Es gibt einige Veränderungen, deren Ursachen noch nicht ganz geklärt werden konnten. Eine dauerhafte Schädigung der intellektuellen Fähigkeiten ist nach Meinung einiger Experten nicht gegeben.

Andererseits können Magersüchtige im fortgeschrittenen Krankheitsstadium unter reduzierter Wahrnehmungsfähigkeit sowie unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen leiden. Dies ist jedoch die Ausnahme, die kachektischen Patienten sind eher munter, können lebhaft argumentieren und wehren sich vehement gegen alles, was dringend notwendig für die Bekämpfung dieser lebensbedrohlichen Krankheit ist.

Die vorangegangene Symptomatik macht deutlich, dass die gesamten vitalen Funktionen, besonders bei der Anorexie, langsam versiegen. Darüber hinaus können die vitalen Funktionen wie Wachstum, Regeneration und Fortpflanzung bis zum Tod hin schwinden. Auf dem Boden dieser Krankheitssituationen entwickeln sich zusätzlich psychopathologische Zustände, oder die Störungen der Lebensvorgänge sind bereits durch krankhafte seelische Zustände ausgelöst worden.

Anorektische Mädchen und Jungen sind meist recht intelligent, was die schulische Leistung betrifft; sie fassen rasch und sicher auf, haben ein gutes Gedächtnis, sind gewissenhaft und geschickt vorwiegend in der schriftlichen Wiedergabe. Häufig befinden sie sich an der Spitze des Leistungsniveaus einer Klasse und erhalten oft Belobigungen bei Klassenabschluss.

Betrachtet man aber diese schulischen Leistungen, die den Hauptteil der täglichen Beschäftigung ausmachen, so findet sich selten eine eigene Aussage, schöpferische Phantasie oder Originalität in selbst verfassten Texten. Dagegen sind die Ausführungen eher von Sachlichkeit, Ausführlichkeit und höchster Genauigkeit geprägt, unter Umständen mit manierierten Zügen.

Ein wirklichkeitsbezogenes Wahrnehmen und eine eigenständige Begriffsbildung sind nicht sehr stark ausgebildet, daher werden mündliche Beiträge oft vermieden, da sie improvisiert werden müssten. Diese Besonderheiten werden in einem leistungsbezogenen Schulsystem häufig nicht erkannt, sondern oft unbewusst gefördert; dadurch wird die Krankheit verstärkt, aber auch die Disposition dazu.

Mit zunehmender Abmagerung fällt darüber hinaus ein Rückgang des echten Interesses auf; Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitslenkung und auch Kräfte des Gedächtnisses schwinden, so dass zuletzt Schulaufgaben auch intellektuell nicht mehr bewältigt werden können. Statt dessen treten innere Unruhe, Zerfahrenheit und Zwangsvorstellungen in den Vordergrund, die im Zusammenhang mit der selbsterzwungenen Gewichtsreduktion stehen.

So werden Kalorienhierarchien von Nahrungsmitteln erstellt, das Körpergewicht akribisch kontrolliert und Praktiken verschiedener Art zur unbemerkten Nahrungsverweigerung entwickelt, die den gesamten Verstand in Anspruch nehmen. Neben dem kritisch-intellektuellen Vermögen geraten die Patienten, wenn sie sich selbst überlassen sind, in ein dämmerndes Bewusstsein mit Tagträumen einer illusionistischen, vergoldeten Wunschwelt, die Realitätscharakter annimmt.

In der Steigerung treten dann Todessehnsucht und Selbstmordgedanken hinzu. Hier wird die Einschränkung des Bewusstseins und Denkvermögens auf eine einseitig registrierende und kontrollierende Funktion deutlich, die lediglich quantitative Gesichtspunkte berücksichtigen kann. Soziale und realitätsbezogene sowie qualitative Denkmöglichkeiten werden dadurch ausgeschlossen.

Bei sozialen Anforderungen werden sie unsicher und die Orientierung versagt. Es gelingt ihnen nicht mehr, Situationen richtig einzuschätzen, neue Kontakte zu knüpfen oder die alten aufrecht zu erhalten. Meistens ist eine einseitige, abhängige Beziehung zur Mutter als Folge der schweren Isolation vorhanden.

Allenfalls zu kleinen Kindern und Tieren bleiben noch Bezüge erhalten. Eine lethargische oder depressiv-resignierende Stimmung wird beherrschend. In ihr treten Rat- und Hilflosigkeit, Kampf-, Angst-, und Panikgefühle, besonders während der Mahlzeiten, hervor. Das Verhältnis zur Wahrhaftigkeit gerät ins Wanken.

Vertrauen kann im Krankheitsbild kaum entwickelt werden. Lediglich eine perfekte Anpassung, die oft schwerwiegend verkannt wird. Vermieden wird jedes denkbare Risiko, jede Blamage; Mitleid mit Anderen kann zu einem wesentlich bestimmenden Zug werden. Die Körperempfindungen werden mit Misstrauen, Angst, Ekel oder auch Lust über- und unterwertig erlebt und verlieren ihre Selbstständigkeit.

Lustvoll wird bei der Magersucht häufig die entstandene Leichtigkeit erlebt, ebenso die Todessehnsucht und das selbstinduzierte Erbrechen, was aber gleichzeitig als ekelhaft und schmachvoll gewertet werden kann. Das Hungergefühl scheint die einzig verlässliche Instanz, um die Existenz zu sichern. Schmerzvoll erleben die Patienten die seelische Verarmung, das Leersein, das Unvermögen mitzuschwingen in Freude und Trauer, Vertrauen und Selbstbehauptung oder Liebe und Mut, die in gesunden seelischen Bezügen ständig spielen.

In den Tätigkeiten sind die Patienten meist geschickt, einsatzbereit und bemühen sich zu tun, was man ihnen sagt. Sie tun es jedoch bei näherer Betrachtung aus Unsicherheit und Mangel an Einschätzung ihres eigenen Könnens, nicht aus Initiative oder Einsicht in die sachliche Notwendigkeit. Bei fortgeschrittener Erkrankung spielen sich alle Handlungen zu starren, engen Ritualen ein, die letztlich der Gewichtsreduktion dienen und dem Bestreben, alles recht zu machen, damit jeglichen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen und Anerkennung zu erlangen.

Unter anderem zählt dazu eine Erhöhung des Cortisol-Spiegels, eines in der Nebennierenrinde gebildeten Hormons, das viele verschiedene Wirkungen im Körper hat. Bei der Bulimie verursacht häufiges Erbrechen auch eine Reihe von Begleit- erscheinungen; vor allem ist die Dehydrierung, also der Verlust an Flüssigkeit sehr bedenklich, wodurch Störungen im Elektrolythaushalt mit hohem Verlust an Kalium und Natrium hervorgerufen werden und somit die Herz- und Nierenfunktion stark beeinträchtigen.

Durch den Säuregehalt des Mageninhaltes werden Schäden an den Zähnen verursacht Parodontose und Karies , ebenso, wie an der Schleimhaut der Speiseröhre und zum Teil auch an den Fingern, die bei der Bulimie meist trommelschlegelförmig werden. Oft treten auch Schwellungen oder Entzündungen der Ohrspeicheldrüsen auf. Bei Bulimie - selten bei Anorexie - kommt es zu einer Störung der Magenentleerung und einer Verzögerung der Darmpassage, wodurch Völlegefühl und Obstipation Verstopfung entstehen können.

Wegen vermehrter Sekretion der Speichel- und Bauchspeicheldrüsen wird die Gefahr einer Parotitis oder Pankreatitis Entzündung der Ohr- bzw. Bauchspeicheldrüse erhöht. Im Zusammenhang mit dem Missbrauch von abführenden und entwässernden Medikamenten erscheinen ähnliche Symptome, wie bei häufigem Erbrechen, nämlich Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Der exzessive Missbrauch von Laxantien Abführmitteln beeinträchtigt zusätzlich die Darmbeweglichkeit nachhaltig. Es gibt einige Veränderungen, deren Ursachen noch nicht ganz geklärt werden konnten. Eine dauerhafte Schädigung der intellektuellen Fähigkeiten ist nach Meinung einiger Experten nicht gegeben. Andererseits können Magersüchtige im fortgeschrittenen Krankheitsstadium unter reduzierter Wahrnehmungsfähigkeit sowie unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen leiden.

Dies ist jedoch die Ausnahme, die kachektischen Patienten sind eher munter, können lebhaft argumentieren und wehren sich vehement gegen alles, was dringend notwendig für die Bekämpfung dieser lebensbedrohlichen Krankheit ist. Die vorangegangene Symptomatik macht deutlich, dass die gesamten vitalen Funktionen, besonders bei der Anorexie, langsam versiegen. Darüber hinaus können die vitalen Funktionen wie Wachstum, Regeneration und Fortpflanzung bis zum Tod hin schwinden.

Auf dem Boden dieser Krankheitssituationen entwickeln sich zusätzlich psychopathologische Zustände, oder die Störungen der Lebensvorgänge sind bereits durch krankhafte seelische Zustände ausgelöst worden. Anorektische Mädchen und Jungen sind meist recht intelligent, was die schulische Leistung betrifft; sie fassen rasch und sicher auf, haben ein gutes Gedächtnis, sind gewissenhaft und geschickt vorwiegend in der schriftlichen Wiedergabe.

Häufig befinden sie sich an der Spitze des Leistungsniveaus einer Klasse und erhalten oft Belobigungen bei Klassenabschluss. Betrachtet man aber diese schulischen Leistungen, die den Hauptteil der täglichen Beschäftigung ausmachen, so findet sich selten eine eigene Aussage, schöpferische Phantasie oder Originalität in selbst verfassten Texten. Dagegen sind die Ausführungen eher von Sachlichkeit, Ausführlichkeit und höchster Genauigkeit geprägt, unter Umständen mit manierierten Zügen.

Ein wirklichkeitsbezogenes Wahrnehmen und eine eigenständige Begriffsbildung sind nicht sehr stark ausgebildet, daher werden mündliche Beiträge oft vermieden, da sie improvisiert werden müssten. Diese Besonderheiten werden in einem leistungsbezogenen Schulsystem häufig nicht erkannt, sondern oft unbewusst gefördert; dadurch wird die Krankheit verstärkt, aber auch die Disposition dazu.

Mit zunehmender Abmagerung fällt darüber hinaus ein Rückgang des echten Interesses auf; Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitslenkung und auch Kräfte des Gedächtnisses schwinden, so dass zuletzt Schulaufgaben auch intellektuell nicht mehr bewältigt werden können. Statt dessen treten innere Unruhe, Zerfahrenheit und Zwangsvorstellungen in den Vordergrund, die im Zusammenhang mit der selbsterzwungenen Gewichtsreduktion stehen.

So werden Kalorienhierarchien von Nahrungsmitteln erstellt, das Körpergewicht akribisch kontrolliert und Praktiken verschiedener Art zur unbemerkten Nahrungsverweigerung entwickelt, die den gesamten Verstand in Anspruch nehmen. Neben dem kritisch-intellektuellen Vermögen geraten die Patienten, wenn sie sich selbst überlassen sind, in ein dämmerndes Bewusstsein mit Tagträumen einer illusionistischen, vergoldeten Wunschwelt, die Realitätscharakter annimmt.

In der Steigerung treten dann Todessehnsucht und Selbstmordgedanken hinzu. Hier wird die Einschränkung des Bewusstseins und Denkvermögens auf eine einseitig registrierende und kontrollierende Funktion deutlich, die lediglich quantitative Gesichtspunkte berücksichtigen kann. Soziale und realitätsbezogene sowie qualitative Denkmöglichkeiten werden dadurch ausgeschlossen.

Bei sozialen Anforderungen werden sie unsicher und die Orientierung versagt. Es gelingt ihnen nicht mehr, Situationen richtig einzuschätzen, neue Kontakte zu knüpfen oder die alten aufrecht zu erhalten. Meistens ist eine einseitige, abhängige Beziehung zur Mutter als Folge der schweren Isolation vorhanden. Allenfalls zu kleinen Kindern und Tieren bleiben noch Bezüge erhalten.

Eine lethargische oder depressiv-resignierende Stimmung wird beherrschend. In ihr treten Rat- und Hilflosigkeit, Kampf-, Angst-, und Panikgefühle, besonders während der Mahlzeiten, hervor.

Magersucht

Das Verhältnis zur Wahrhaftigkeit gerät ins Wanken. Vertrauen kann im Krankheitsbild kaum entwickelt werden. Lediglich eine perfekte Anpassung, die oft schwerwiegend verkannt wird. Vermieden wird jedes denkbare Risiko, jede Blamage; Mitleid mit Anderen kann zu einem wesentlich bestimmenden Zug werden. Die Körperempfindungen werden mit Misstrauen, Angst, Ekel oder auch Lust über- und unterwertig erlebt und verlieren ihre Selbstständigkeit.

Lustvoll wird bei der Magersucht häufig die entstandene Leichtigkeit erlebt, ebenso die Todessehnsucht und das selbstinduzierte Erbrechen, was aber gleichzeitig als ekelhaft und schmachvoll gewertet werden kann. Das Hungergefühl scheint die einzig verlässliche Instanz, um die Existenz zu sichern. Schmerzvoll erleben die Patienten die seelische Verarmung, das Leersein, das Unvermögen mitzuschwingen in Freude und Trauer, Vertrauen und Selbstbehauptung oder Liebe und Mut, die in gesunden seelischen Bezügen ständig spielen.

In den Tätigkeiten sind die Patienten meist geschickt, einsatzbereit und bemühen sich zu tun, was man ihnen sagt. Sie tun es jedoch bei näherer Betrachtung aus Unsicherheit und Mangel an Einschätzung ihres eigenen Könnens, nicht aus Initiative oder Einsicht in die sachliche Notwendigkeit. Bei fortgeschrittener Erkrankung spielen sich alle Handlungen zu starren, engen Ritualen ein, die letztlich der Gewichtsreduktion dienen und dem Bestreben, alles recht zu machen, damit jeglichen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen und Anerkennung zu erlangen.

Es schwindet die Fähigkeit, Handlungen angemessen einzuschätzen und zu planen. Nichts wird begonnen, ohne dass man sich sicher ist, es voll beherrschen zu können. Keine Tätigkeit wird durchgehalten, nichts traut man sich zu. Der Einsatz in der Familie, Haushaltsarbeit wie Kochen und Zubereiten, erscheint oft als besondere Zuwendung.

Er dient jedoch hauptsächlich der Vermeidung von Konflikten, dass man von Lob getragen wird. Zusammenfassend wird deutlich, dass das Seelenleben in den drei Bereichen des Denkens und Vorstellens, des Fühlens, Empfindens, der Tätigkeit und der Willens- lenkung leistungs- und zweckgebunden vereinseitigt wird. Um jedoch dieses psychopathologische, also seelisch-krankhafte Verhalten zu verstehen, muss auf Züge, die mit dem Wesenskern des Menschen verknüpft sind, eingegangen werden.

Genaue Zahlen über die Prävalenz Häufigkeit in der Bevölkerung der Essstö- rungen gibt es nicht. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass nur die Patienten in eine Häufigkeitsstatistik eingehen können, die sich tatsächlich in ärztliche Behandlung begeben oder sich einer Therapie unterziehen. Die Häufigkeitsangaben beruhen also im Wesentlichen auf Schätzungen.

Die meisten Erkrankten sind weiblichen Geschlechts, wobei die Angaben der Verteilung auf die Geschlechter bei der Anorexia nervosa zwischen und schwanken. Man geht hier etwa von einer Prävalenzrate von 0,5 bis 2 Prozent in der Risikogruppe der Adoleszenten etwa 12 bis 25 Jahre aus. Mit höherem Alter werden die Zahlen bedeutend niedriger.

Hinweis gibt es viele: Unzufriedenheit mit dem Gewicht, die falsche Überzeugung, zu dick zu sein, ausgeprägter Gewichtsverlust. Betroffene beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Essen, kochen gerne für andere, essen aber nie mit. Mahlzeiten werden ausgelassen oder nur allein, zu bestimmten Zeiten eingenommen. Ein ausgeprägter Bewegungsdrang und das Meiden bestimmter Lebensmittel sind auch Warnsignale.

Das Rückfallrisiko bei Magersucht ist tatsächlich sehr hoch. Prüfen Sie auch nach Abschluss einer Behandlung deswegen kontinuierlich, ob Sie Ihre zuvor formulierten Ziele weiterhin verfolgen oder ob es in manchen Bereichen z. Essverhalten, Gewicht, Bewegung zu Rückfällen gekommen ist. Robert Doerr ist Chefarzt der Schön Klinik Berchtesgadener Land im Bereich der Psychosomatischen Medizin.

Hauptsymptome von Magersucht sind der erhebliche, selbst herbeigeführte Gewichtsverlust, eine ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme trotz bereits bestehenden Untergewichts und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers. Da die Mangelernährung viele wichtige körperliche Funktionen beeinträchtigt, treten auch zahlreiche körperliche physische Beschwerden auf.

Die starke Gewichtsabnahme ist das auffälligste Magersucht-Anzeichen. Die Betroffenen meiden kalorienreiche Nahrungsmittel und beschäftigen sich ausführlich mit den Inhaltsangaben von Nahrungsmitteln. In manchen Fällen reduzieren magersüchtige Menschen ihre Mahlzeiten so stark, dass sie zeitweise nur noch Wasser zu sich nehmen.

Einige Betroffene versuchen, ihr Gewicht durch exzessiven Sport zusätzlich zu verringern. Manche nehmen auch Abführ- oder Entwässerungsmittel ein, um Gewicht zu verlieren. Der Wunsch nach immer weiterem Gewichtsverlust und die ständige Gewichtskontrolle bestimmen irgendwann das gesamte Denken und den kompletten Alltag der Betroffenen.

Eine Stagnation des Gewichts oder gar eine Gewichtszunahme werten sie als schwere Rückschläge, woraufhin sie ihre Anstrengungen intensivieren. Magersüchtige verlieren im Durchschnitt 40 bis 50 Prozent ihres ursprünglichen Gewichts. Nach den klinischen Diagnoserichtlinien gilt bei Erwachsenen ein Body-Mass-Index BMI ab 17,5 als Magersucht-Anzeichen.

Das sind 15 Prozent weniger als das Normalgewicht. Für Kinder und Jugendliche gelten andere Grenzwerte, da der Body-Mass-Index bei ihnen nicht mit der üblichen Formel berechnet werden kann. Spricht man Betroffene offen auf ihre Magerkeit an, reagieren sie oft gereizt. Ist die Abmagerung massiv, spricht man auch von einer Kachexie.

Der Körper ist dann extrem geschwächt — ein lebensbedrohlicher Zustand. Die Knochenkonturen treten stark hervor, die Augen liegen tief, die Wangen wirken hohl. Meist versuchen Patienten, diese typischen Magersucht-Anzeichen zu verbergen. Sie tragen Kleidungsstücke in mehreren Schichten, die den Körper möglichst stark verhüllen. Magersüchtige nehmen ihren eigenen Körper verzerrt wahr.

Trotz ihres Untergewichts halten sich viele für dick. Von Fachleuten wird dieses Phänomen als Körperschemastörung bezeichnet. Die Körperschemastörung ist ein schwerwiegendes Problem, das allein durch professionelle Hilfe über einen längeren Zeitraum überwunden werden kann. Ein sehr charakteristisches Anzeichen für Magersucht ist die ständige Beschäftigung mit dem eigenen Gewicht und der Ernährung.

Magersüchtige Menschen haben panische Angst, zuzunehmen und zu dick zu sein. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie den Appetit verlieren. Vielmehr dreht sich ihre ganzes Denken um die Themen Essen und Diäten. Sie beschäftigen sich intensiv mit Rezepten und kochen gern für andere. Betroffene kennen den Kaloriengehalt der meisten Lebensmittel und achten streng darauf, wie viele Kalorien sie täglich über die Nahrung aufnehmen.

Die Magersucht ist letztlich ein Versuch, die Kontrolle über sich und seinen Körper zu behalten. Das Aushalten und Überwinden des Hungergefühls verbuchen Magersüchtige als Erfolg. Nahrung zu sich zu nehmen, wird irgendwann zur Qual, da Essen für sie Kontrollverlust bedeutet und ein schlechtes Gewissen erzeugt. Magersüchtige empfinden kein Gewicht als zu niedrig. Das Hungern wird zur Sucht und die Reduktion der Nahrung zu einer Art Wettlauf mit sich selbst.

Das Hungergefühl wird zum Normalzustand, das Sättigungsgefühl empfinden sie als unangenehm. Irgendwann ist der Gewichtsverlust so bedrohlich, dass die Patienten in eine Klinik eingewiesen werden müssen. Magersüchtige sind auffallend oft intelligente und sehr leistungsorientierte Menschen, die versuchen, möglichst alle Aufgaben perfekt zu erledigen. Beim Sport oder in der Schule sind sie besonders ehrgeizig.

Vom sozialen Leben ziehen sie sich jedoch immer mehr zurück. Diese selbst gewünschte soziale Isolation ist ein ernst zu nehmendes Warnzeichen. Sehr häufig leiden Magersüchtige auch unter starken Stimmungsschwankungen und depressiver Verstimmtheit. Diese Magersucht-Symptome können Folge der Mangelernährung und des ständigen inneren Drucks zur Gewichtsabnahme sein.

Psychische Störungen, die oft gleichzeitig mit der Magersucht auftreten, sind Depressionen, Angst-, Zwangs- und Suchterkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen. Magersucht schädigt den gesamten Körper. Aufgrund der Mangelernährung reduziert er seinen Energieverbrauch auf das Lebensnotwendige.

Davon sind alle Organsysteme betroffen. Daraus erklärt sich die Vielzahl an möglichen körperlichen Folgen von Magersucht:. Dass starkes Untergewicht bei Mädchen und Frauen zum Aussetzen der Regelblutung Amenorrhö und zum Verlust des sexuellen Verlangens Libidoverlust führt, liegt daran, dass Magersucht den Hormonhaushalt stört: Infolge der Mangelernährung kann der Körper bestimmte Hormone nicht mehr ausreichend bilden, was sich unter anderem auf den Menstruationszyklus auswirkt.

Evolutionsbiologisch kann das sinnvoll sein: Eine Frau mit Magersucht wäre gar nicht imstande, ein Kind auszutragen, weshalb der Körper eine Schwangerschaft durch den Mangel an Sexualhormonen verhindert. Ebenfalls aufgrund hormoneller Störungen leiden auch Jungen und Männer mit Anorexie unter einem Verlust der Libido und häufig auch der Potenz.

Essstörungen:

Zu den genauen Ursachen von Magersucht gibt es bislang lediglich Vermutungen. Fest steht jedoch, dass die Krankheit Anorexia nervosa nicht auf einen einzigen Auslöser zurückzuführen ist, sondern die Gründe für Magersucht vielfältig sind. So tragen zur Entstehung der Magersucht sowohl biologische und psychologische als auch soziokulturelle Faktoren bei, die sich gegenseitig verstärken.

Neuere wissenschaftliche Hypothesen gehen von einer gestörter Stressverarbeitung als zentrale Ursache der Magersucht aus. Solche Störungen können genetische Ursachen haben, bereits durch Einflüsse im Mutterleib angelegt werden oder durch frühe Erfahrungen geprägt oder verstärkt werden. Magersucht beginnt demnach nicht erst, wenn die ersten Symptome auftauchen, sondern viel früher.

Die Gene scheinen bei Magersucht eine entscheidende Rolle zu spielen. So tritt die Krankheit in manchen Familien gehäuft auf. Auch Zwillingsstudien belegen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der genetischen Ausstattung eines Menschen und dem Auftreten der Magersucht. Bei zweieiigen Zwillingen entwickelt jeder zehnte Magersucht, wenn bereits der andere Zwilling erkrankt ist.

Bei eineiigen Zwillingen ist es sogar jeder zweite. Wie genau die Gene das Krankheitsrisiko beeinflussen, ist jedoch unklar. Wie bei vielen psychischen Erkrankungen ist der Botenstoffwechsel im Gehirn auch bei Magersüchtigen gestört. Bei ihnen ist unter anderem der Spiegel des Neurotransmitters Serotonin erhöht.

Der Botenstoff beeinflusst Essverhalten und Sättigungsgefühl. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass Serotonin das Sättigungsgefühl steigert und damit appetitzügelnd wirkt. Ein erhöhter Spiegel könnte es magersüchtigen Menschen also erleichtern, auf Essen zu verzichten. Lost for Words: The Psychoanalysis of Anorexia and Bulimia. New York: Other Press.

Ich esse deine Suppe nicht: Psychoanalyse gestörten Esssverhaltens. London: Wiley. Binswanger, L. Der Fall Ellen West. In ders. Pfühlingen: Neske. Akavia, N. Ellen West: Gedichte, Prosa, Tagebücher, Krankengeschichte. April Einführung in das Thema April Magersucht: Psychodynamik April Magersucht: Psychodynamik 6. Mai Magersucht: Eigendynamik Mai Magersucht: Familiendynamik Mai Bulimie: Psychodynamik Mai Verlauf 3.

Juni Geschlecht Juni Körper Juni Geschichte 1. Juli Nachahmung Juli Autobiographisches Schreiben. Erweiterte Embed-Einstellungen. Sie haben dieses Magazin bereits gemeldet Vielen Dank, für Ihre Hilfe diese Plattform sauber zu halten. Die Redaktion wird schnellst möglich einen Blick darauf werfen.

Wenn Sie diese Aktion ausführen, werden die Änderungen auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt:. Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung. Einloggen bei YUMPU News Einloggen bei YUMPU Publishing. TESTE ADFREE Self-Publishing Entdecken Produkte Zeitschriften lesen e-Paper erstellen. Ihr ePaper wartet auf Veröffentlichung!

Das sorgt für hohe Sichtbarkeit und viele Leser! Dokument veröffentlichen Nein, ich verzichte auf mehr Reichweite. Ihr ePaper ist nun veröffentlicht und live auf YUMPU! Sie finden Ihre Publikation hier:. Embed jetzt gestalten.